Mit dem iPhone Duo steigt Apple vergleichsweise spät in den Markt für faltbare Smartphones ein.
In einem Interview mit dem Time Magazine erklärt der neue Apple-Chef John Ternus, warum sich das Unternehmen so viel Zeit gelassen hat. Dabei äußert er deutliche Kritik an bisherigen Konkurrenzprodukten.
Erste Planungen bereits 2011
Die Entwicklung faltbarer Apple-Geräte begann deutlich früher als bisher vermutet. Bereits 2011 meldete Ternus gemeinsam mit fünf Ingenieuren ein Patent für entsprechende Technologien an. Damals zeichnete sich ab, dass flexible OLED-Bildschirme künftig technisch realisierbar sein würden.
Bis daraus ein marktreifes iPhone entstand, vergingen allerdings rund 15 Jahre. Während Samsung und andere Hersteller längst faltbare Smartphones verkauften, arbeitete Apple weiter an eigenen Lösungen.
Deutliche Kritik an der Konkurrenz
Ternus bezeichnete frühere faltbare Geräte anderer Hersteller im Interview sinngemäß als „crappy“, billig und minderwertig. Für Apple sei es wichtiger gewesen, ein ausgereiftes Produkt anzubieten, als möglichst früh auf den Markt zu kommen.
Dabei hätte Apple das iPhone Duo durchaus früher veröffentlichen können. Das bestätigt Richard Dinh, Apples Vizepräsident für Produktdesign. Ein früher Prototyp habe bereits funktioniert, allerdings noch Schwächen bei der Displayoberfläche gezeigt.
Ternus bestand auf weiteren Verbesserungen. Erst durch die Zusammenarbeit mit Zulieferern weltweit entstand schließlich die spezielle Nanotextur-Oberfläche des Duo.
Qualität statt schneller Marktstart
Die lange Entwicklungszeit passt zu Apples grundsätzlicher Strategie. Das Unternehmen will nach eigenen Angaben nicht jede Technologie selbst herstellen, sondern sich auf Komponenten konzentrieren, bei denen es entscheidende Verbesserungen erreichen kann.
Wie auf iTopnews bereits berichtet, steckt beispielsweise auch im Scharnier des Duo eine aufwendige technische Lösung zur Wärmeverteilung.
Auch Künstliche Intelligenz bleibt wichtig
Ternus sieht zudem große Möglichkeiten für Siri AI. Durch den Zugriff auf persönliche Informationen innerhalb des Apple-Ökosystems könne der Assistent künftig besonders hilfreiche Aufgaben übernehmen. Datenschutz und die enge Verzahnung von Hard- und Software betrachtet er dabei als Vorteile.
Ein Ende des klassischen Smartphones erwartet der Apple-Chef nicht. Menschen wollten weiterhin fotografieren, kommunizieren und persönliche Erinnerungen auf physischen Geräten betrachten.
Wir können Apples Entscheidung nachvollziehen, bei einem faltbaren iPhone nicht vorschnell auf den Markt zu gehen. Gerade Display, Scharnier und Haltbarkeit müssen im Alltag überzeugen.
Allerdings weckt eine Entwicklungszeit von 15 Jahren auch entsprechend hohe Erwartungen. Bei einem Einstiegspreis von 2299 Euro darf man schließlich einiges erwarten.
Ob sich Apples Geduld tatsächlich ausgezahlt hat, werden erst ausführliche Alltagstests zeigen. Für uns ist das Duo jedenfalls eines der interessantesten iPhones seit Jahren.
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das? Foto: Apple

