Ein Gerichtsurteil könnte die Tablet-Beschaffung an deutschen Schulen verändern.
Die Stadt Datteln wollte rund 670 neue Tablets für ihre Schulen anschaffen – und gezielt iPads bestellen. Begründung: Apple-Geräte seien dort bereits etabliert, ein Wechsel auf ein anderes System verursache zusätzlichen Aufwand und Kosten. Und es gäbe fürs iPad drastisch mehr Tablet-optimierte Apps als für Android.
Samsung zog vor Gericht
Samsung wehrte sich gegen die Ausschreibung. Behörden dürften keinen Hersteller bevorzugen, argumentierte der Konzern. Eine solche Bindung verringere „die Flexibilität und Wirtschaftlichkeit bei der technologischen Weiterentwicklung“.
Gericht verlangt neue Ausschreibung
Das Oberlandesgericht Düsseldorf gab Samsung nun recht. Datteln muss das Vergabeverfahren neu starten. Zuvor hatte Samsung vor der Vergabekammer noch verloren.
Die Stadt Datteln wollte rund 670 Apple-Tablets bestellen. Konkurrent Samsung sah sich übergangen und zog vor Gericht. Nun wird ein Urteil erwartet, das wegweisend sein könnte. https://t.co/nSZLfNnGlv
— DER SPIEGEL (@derspiegel) September 2, 2026
Urteil könnte bundesweit wirken
Die Entscheidung ist auch für andere Schulen und Behörden wichtig. Viele bleiben bei vorhandenen Betriebssystemen, um zusätzliche Wartung, Schulungen und parallele IT-Strukturen zu vermeiden. Künftig könnte das allein nicht mehr reichen, um etwa ausschließlich iPads auszuschreiben.
Milliardenmarkt für Apple und Samsung
Die Tragweite ist groß: Viele während Corona angeschaffte Schul-Tablets müssen bald ersetzt werden. Zusätzlich stellen Bund und Länder im Digitalpakt 2.0 fünf Milliarden Euro für die digitale Infrastruktur der Schulen bereit.
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das? Foto: Apple

