Eine Untersuchung zur Sicherheit stellt Smart-TVs von LG ein verheerendes Zeugnis beim Datenschutz aus.
Wie Netzwerkanalysen zeigen, greifen die Geräte des Herstellers weit mehr Daten ab als zur reinen Werbeoptimierung erforderlich: Neben der Bild- und Tonanalyse zur Inhaltserkennung (Automatic Content Recognition) durchsuchen die Geräte das Netzwerk nach Hardware-Komponenten wie Smartphones oder Smartwatches.
WLAN- und Audiodaten werden erfasst
Auch erfassen sie Umgebungsdaten wie die Signalstärke benachbarter WLAN-Netze. Besonders gravierend sind die Sicherheitslücken aber wohl bei der Audiodatei-Erfassung.
Die Fernseher zeichneten in Tests Gesprächsfetzen sowie Eingaben über angeschlossene Webcams selbst im Standby-Modus auf und speicherten Klartext-Transkripte von sensiblen Informationen wie Kreditkartennummern im Arbeitsspeicher.
Auch Nutzung mit Apple TV fragwürdig
Über Schwachstellen im Betriebssystem webOS ließen sich diese Daten aus der Ferne abgreifen. Selbst wer primär Zuspieler wie ein Apple TV nutzt, ist von den Hintergrundaktivitäten betroffen.
So stoppt ihr die Datenschnüffelei auf LG-TVs
Schutz bietet laut den Experten nur das vollständige Trennen der Geräte vom Internet durch das Ziehen des Netzwerksteckers und Löschen der WLAN-Zugangsdaten.
Nur die smarten Funktionen nicht zu verwenden oder auf eine Streaming-Box umzusteigen, reicht laut der Untersuchung nicht aus. LG-Fernseher können demnach auch im Standby Daten erfassen und zunächst lokal speichern. Sobald wieder eine Internetverbindung besteht, werden diese Informationen an LG-Server übertragen.
Wer zusätzlich ein Mikrofon in der Fernbedienung oder eine Webcam angeschlossen hat, sollte beides entfernen beziehungsweise deaktivieren.
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