In San Francisco sorgt das spannende Kunstprojekt ChatTJB aktuell für große Aufmerksamkeit.
Der vermeintliche neue Chatbot ChatTJB gibt sich wie eine Variante von ChatGPT. Aber: Er wird nicht von einer künstlichen Intelligenz betrieben, sondern von Tucker Bryant, einem ehemaligen Google-Mitarbeiter.
KI-Antworten, von Hand geschrieben
Während das Kürzel „AI“ in diesem Fall für „average individual“ steht, beantwortet Bryant Anfragen von Hand und verfasst selbstgeschriebene, teils schlechte Ratschläge. Mit einer professionell gestalteten Website und Plakatwerbung parodiert er den aktuellen Hype um echte KI-Start-ups.

Hinter dem humorvollen Ansatz steckt Kritik an der unkritischen Nutzung moderner Sprachmodelle. Bryant möchte die Konsumenten dazu anregen, schnell generierte und selbstbewusst klingende KI-Antworten wieder stärker zu hinterfragen.
Menschliches Versagen sichtbar machen
Dabei verweist er auf Phänomene wie die „kognitive Kapitulation“ sowie Studien von MIT und Wharton Business School, die vor dem Verlust des kritischen Denkvermögens durch exzessiven KI-Einsatz warnen. Bei ChatTJB sind Fehler im Gegensatz zu KI-Halluzinationen schlicht menschlich – mit fester Quellenangabe und direkt zuordnungsbar.
Aktuell pausiert der Entwickler sein Tool. Der Hintergrund: Es gab über 15.000 Anfragen. Tyler Bryant konnte das alles nicht mehr selbst beantworten. Er sucht nun Sponsoren, die sein Hype-Projekt finanzieren. Sind diese gefunden, geht es weiter. Wer über den Restart informiert werden will, kann auf der Seite seine Mailadresse hinterlassen, man wird dann benachrichtigt.
Dann liefert ChatTJB wieder langsame Antworten, die tendenziell inkorrekt sind. Aber dafür aufzeigen, wie wir über KI-Nutzung nachdenken sollten.
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das? Foto: Pixabay
