Selbst wer iCloud abschaltet, wird Apples Server offenbar nicht ganz los.
Die Technikexperten von Lapcat Software haben eine merkwürdige Eigenheit von Apple Mail entdeckt.
Beim Versenden einer E-Mail baut der Mac eine Verbindung zu iCloud auf – selbst wenn Absender und Empfänger keine iCloud-Adressen nutzen und Mail sowie Kontakte in den iCloud-Einstellungen deaktiviert sind. Little Snitch machte die Zugriffe auf gateway.icloud.com sichtbar.
Was wird übertragen?
Der genaue Inhalt bleibt unklar, weil Apple die Kommunikation verschlüsselt und zusätzlich Certificate Pinning nutzt.
Log-Dateien lieferten jedoch einen entscheidenden Hinweis: Dort tauchte „com.apple.mail.recents“ auf.
Spur führt zu Empfängern
Dahinter steckt offenbar die Liste früherer Mail-Empfänger. Apple kann diese normalerweise per iCloud zwischen Geräten synchronisieren.
Das Rätselhafte: Beim untersuchten Mac war auch die iCloud-Synchronisation der Kontakte abgeschaltet.
Datenbank bleibt lokal
Eine lokale Datenbank enthält tatsächlich die bisherigen Mail-Adressen. Hinweise darauf, dass diese Adressen trotzdem zu Apple übertragen werden, fanden die Experten nicht.
Warum die Mail-App dennoch bei jedem Versand iCloud kontaktiert, bleibt offen.
Ein unnötiges Lebenszeichen?
Lapcat-Entwickler Jeff Johnson kritisiert schon die Kontaktaufnahme: „Ich habe Einwände dagegen, dass Apple darüber informiert wird, dass ich gerade eine E-Mail verschickt habe. Das allein erscheint mir als Verletzung meiner Privatsphäre.“
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