Jahrelang hat Netflix an seinem Empfehlungsalgorithmus gefeilt. Nun könnte KI übernehmen.
Der US-Streamer testet mit „GenRec“ ein neues Empfehlungssystem auf Basis eines Sprachmodells.
Statt Tausende mühsam programmierte Merkmale auszuwerten, soll die KI selbst erkennen, was Abonnenten als Nächstes bei Netflix sehen möchten könnten…
Der Fernsehabend wird Text
Dazu übersetzt der Apple TV+-Konkurrent das Nutzerverhalten in natürliche Sprache: Was wurde angesehen, abgebrochen, positiv oder negativ bewertet oder auf die Merkliste gesetzt?
Daraus erkennt GenRec Vorlieben und auch, wenn sich der Geschmack verändert.
KI darf nichts erfinden
Ein Problem klassischer Sprachmodelle: Sie empfehlen gern populäre Inhalte oder erfinden Titel.
Deshalb darf GenRec nur tatsächlich im Netflix-Katalog vorhandene Filme und Serien bewerten.
Erste Tests machen Hoffnung
Offline lieferte GenRec rund 1,6 Prozent bessere Empfehlungen als das über Jahre optimierte bisherige System – bei etwa 40-mal weniger gelabelten Trainingsdaten.
Netflix’s LLM beats feature engineering with 1.6% gain, 40x less training data. #Netflix
🤖 GenRec > manual tuning
💰 Training costs plummet
🔬 LLMs for recommendationshttps://t.co/AJ7CVtlErX pic.twitter.com/2VsCWBa0bn— eGamers.io – Play to Earn, NFT & Metaverse (@egamers_io) August 23, 2026
Auch ein vierwöchiger A/B-Test mit rund zehn Prozent des Netflix-Traffics brachte kleine, aber statistisch relevante Verbesserungen.
Ablösung ist noch Zukunftsmusik
Netflix bezeichnet GenRec als „einen frühen, aber vielversprechenden Schritt“. Das bisherige Empfehlungssystem soll vorerst nicht komplett verschwinden.
Langfristig könnten Sprachmodelle aber entscheiden, was auf der Netflix-Startseite landet.
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