Eine wachsende digitale Erschöpfung verändert das Nutzerverhalten in den sozialen Medien grundlegend.
Laut einer Umfrage von Incogni empfinden 51 Prozent der Befragten (bei der Gen Z sogar 60 Prozent) die Pflege ihrer Online-Präsenz als zusätzliche Arbeit statt als Unterhaltung. Diese Überlastung führt dazu, dass sich viele Menschen stillschweigend zurückziehen, anstatt ihre Accounts komplett zu löschen.
Über 50 Prozent der User sind deutlich weniger aktiv
55 Prozent posten weniger als noch vor fünf Jahren und 53 Prozent schränken den Zugriff auf ihre Beiträge strenger ein. Fast die Hälfte der Befragten (47 Prozent) hat bereits eine Social-Media- oder Messenger-App aufgrund von Stress und Angstgefühlen gelöscht.
Neben dem permanenten Interaktionsdruck treiben auch politische Polarisierung und ein feindseliges Diskussionsklima 44 Prozent der Nutzer in den digitalen Rückzug. Das bewusste Abschalten löst bei den Betroffenen jedoch widersprüchliche Gefühle aus.
Emotionale Zerreißprobe, vor allem für Jüngere
Während 27 Prozent ein Gefühl des Friedens und 21 Prozent Entspannung verspüren, leiden 22 Prozent unter Entzugserscheinungen wie Angst oder FOMO (Fear of Missing Out). Diese Zerreißprobe betrifft vor allem jüngere Generationen. Ein Löschen der Profile käme für die Mehrheit (51 Prozent) vor allem bei akuten Sicherheits- und Datenschutzrisiken sowie bei Mobbing und Hatespeech infrage.
Klar ist aber, dass sich das Internet von einem Ort der echten zwischenmenschlichen Verbindung hin zu einem algorithmisch gesteuerten, stresserzeugenden Raum entwickelt hat. Das bewegt Nutzer zunehmend zu einer kontrollierten, stillen Abkehr.
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