Multiroom-Spezialist Sonos arbeitet weiter an der grundlegenden Überarbeitung seiner Softwareplattform.
Ab sofort wird ein neues Update für die Sonos-App ausgerollt, das zunächst freiwillig über einen Opt-in-Schalter aktiviert werden kann. Ihr entscheidet somit selbst, ob ihr die überarbeitete Oberfläche bereits ausprobieren oder vorerst bei der bisherigen Darstellung bleiben möchtet. Ohne eure Zustimmung geht also nichts…
Neue Strategie bei Sonos
Der schrittweise Start ist Teil einer neuen Entwicklungsstrategie. Sonos will Änderungen künftig vorsichtiger einführen, Erfahrungen aus der Praxis auswerten und Rückmeldungen stärker berücksichtigen. CEO Tom Conrad stellte die Neuerungen zuvor ausführlich in einem Beitrag auf Reddit vor.
Vertraute Navigation und neue Lautstärkeregelung
Eine der auffälligsten Änderungen betrifft die Bedienung. Sonos kehrt zu einer stärker vertrauten Navigation mit dauerhaft erreichbaren Tabs zurück. Damit reagiert das Unternehmen auf die Kritik vieler Kunden, die den bisherigen Aufbau als unübersichtlich und unnötig kompliziert empfanden.
Auch die Lautstärkeregelung wurde überarbeitet. Neben dem bekannten Schieberegler stehen nun Plus- und Minus-Tasten zur Verfügung.
Räume künftig individuell sortieren
Die Lautstärke lässt sich dadurch präziser in einzelnen Schritten anpassen. Entsprechende Bedienelemente wurden ebenfalls für verbundene Lautsprechergruppen ergänzt.
Darüber hinaus können Räume innerhalb eines Sonos-Systems künftig individuell sortiert werden. Häufig genutzte Bereiche lassen sich anheften, damit sie schneller erreichbar sind. Vor allem bei umfangreichen Multiroom-Systemen soll dies die Übersicht verbessern.
Die App-Krise begann im Frühjahr 2024
Die vorsichtige Einführung steht im deutlichen Gegensatz zum Vorgehen im Mai 2024. Damals veröffentlichte Sonos eine vollständig neu entwickelte App, die kurzfristig die bisherige Anwendung ersetzte. Die Software sollte eine moderne technische Grundlage schaffen und neue Produkte sowie künftige Funktionen unterstützen.
Unmittelbar nach dem Start meldeten jedoch zahlreiche Kunden erhebliche Probleme. Systeme reagierten teilweise langsam oder wurden nicht zuverlässig erkannt.
Einschränkungen sorgten für Kritik
Zudem fehlten zuvor verfügbare Funktionen. Unter anderem sorgten Einschränkungen bei Timern, Warteschlangen, Musikbibliotheken und der Lautstärkesteuerung für Kritik. Besonders problematisch war, dass die App für die Einrichtung und zentrale Steuerung vieler Sonos-Systeme eine entscheidende Rolle spielt.
Vertrauensverlust und wirtschaftliche Folgen
Sonos versuchte über zahlreiche Updates, Fehler zu beheben und entfernte Funktionen zurückzubringen. Die Kritik hielt dennoch über Monate an. Der damalige CEO Patrick Spence entschuldigte sich öffentlich und erklärte die Stabilisierung der Software zur wichtigsten Aufgabe des Unternehmens.
Die Folgen gingen über technische Schwierigkeiten hinaus. Sonos verschob geplante Produkte, um Entwicklungsressourcen auf die Wiederherstellung der App zu konzentrieren. Im August 2024 kündigte das Unternehmen den Abbau von Arbeitsplätzen an.
Auch das Vertrauen vieler langjähriger Kunden wurde beschädigt. Da Sonos seine Lautsprecher als langfristig nutzbare Premiumprodukte vermarktet, wurde die starke Abhängigkeit der Hardware von einer fehlerhaften Steuerungssoftware besonders kritisch bewertet.
Führungswechsel als Konsequenz
Anfang 2025 zog Sonos personelle Konsequenzen. Patrick Spence trat nach rund acht Jahren an der Unternehmensspitze zurück. Tom Conrad übernahm zunächst vorläufig die Leitung und wurde später dauerhaft zum CEO ernannt. Unter seiner Führung wurden Entwicklungsabläufe überprüft, Testverfahren ausgeweitet und Rückmeldungen aus der Community stärker einbezogen.
Conrad räumte später ein, dass Sonos mit der neuen App zu viele grundlegende Änderungen gleichzeitig vorgenommen habe. Die Software sei nicht ausreichend auf die unterschiedlichen und teilweise sehr komplexen Installationen in realen Haushalten vorbereitet gewesen.
Freiwilliger Test statt abrupter Umstellung
Das aktuelle Opt-in-Verfahren ist daher auch eine direkte Reaktion auf die Erfahrungen der vergangenen Jahre. Die neue Navigation entstand nach Angaben von Sonos in enger Zusammenarbeit mit Beta-Testern und der Community.
Statt eine umfassende Änderung sofort für alle Kunden verbindlich zu machen, will das Unternehmen zunächst weitere Rückmeldungen sammeln und die Nutzung unter unterschiedlichen Bedingungen auswerten. Das können wir nur begrüßen.
Rollout des Updates erfolgt schrittweise
Anschließend soll die neue Oberfläche schrittweise für einen größeren Nutzerkreis freigegeben werden. Bitte beachtet: Das App-Update wird gerade weltweit ausgerollt. Wenn ihr es noch nicht seht, habt etwas Geduld.
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das? Fotos: Sonos; iTopnews





