Obwohl Netflix Marktführer im Streaming-Bereich ist, offenbaren aktuelle Zuschauerdaten ein überraschendes Problem.
Es gelingt dem Unternehmen immer seltener, Publikum für eine zweite Staffel zu begeistern. So verzeichnen selbst große Hits der letzten Jahre nach ihrer Fortsetzung drastische Publikumseinbrüche innerhalb der ersten vier Wochen nach Veröffentlichung.
Bis zu 70 Prozent Zuschauereinbußen
So verlor die Erfolgsserie One Piece bei der zweiten Staffel über 30 Prozent ihrer Zuschauer, während „The Night Agent“ die Hälfte seines Publikums einbüßte und bei der dritten Staffel nochmals um 35 Prozent einbrach. Beim Drama „Beef“ belief sich der Zuschauerschwund sogar auf über 70 Prozent.
Diese negative Entwicklung setzt sich auch bei aktuelleren Produktionen fort. Die neueste Staffel von „Avatar: The Last Airbender“, einem der meistgesehenen Titel des Jahres 2024, verzeichnete bereits in der ersten Woche einen Einbruch von über 60 Prozent.
Selbst Comedy-Serien wie „Running Point“ und „The Four Seasons“ verloren in ihrer jeweils zweiten Staffel mehr als die Hälfte der Zuschauer, wurden vom Streaming-Riesen jedoch trotzdem für eine dritte Runde verlängert.
Inverser Trend bei Apple TV und im TV
Das Problem scheint nur bei Netflix aufzutreten: Formate von Konkurrenten wie Apple TV schaffen es deutlich häufiger, ihre Reichweite im Laufe der Zeit sogar noch zu steigern.
Netflix erweitert Angebot um Kurzvideos bekannter Medienmarken
Um die Probleme zu lösen, vollzieht Netflix einen Umbau seiner Plattform im größeren Stil. So ist ab 3. August der Start für kurze Videos von Marken wie BuzzFeed, Vogue, Rolling Stone oder Wired geplant. Die Inhalte erscheinen zunächst in mehreren englischsprachigen Ländern und sollen Nutzer länger auf der Plattform halten.
Das Angebot umfasst Themen wie Mode, Reisen, Kochen und Unterhaltung und soll künftig weiter wachsen. Deutschland ist zum Start noch nicht dabei.
Netflix prüft auch neue Wege jenseits des klassischen Streamings
Netflix könnte sein Angebot künftig auch um dauerhaft laufende Themenkanäle erweitern. Wie das Wall Street Journal berichtet, denkt der Streamingdienst über lineare Programme nach, die ausgewählte Serien und Filme rund um die Uhr zeigen. Zusätzlich werden mögliche Abo-Pakete mit anderen Streaminganbietern geprüft.
Solche Bundles könnten mehrere Dienste in einem gemeinsamen Angebot zusammenführen. Netflix würde sich damit stärker klassischen TV-Strukturen annähern und zugleich versuchen, die Auswahl für Nutzer übersichtlicher zu gestalten sowie neue Wachstumschancen zu erschließen.
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