Wer im Netz nach dem besten Lokal sucht, sollte zweimal hinschauen.
Google blendet seit April in Google Maps einen Hinweis ein, wenn Bewertungen eines Unternehmens „aufgrund von Beschwerden wegen Diffamierung“ gelöscht wurden. Eine dpa-Stichprobe zeigt: Das kommt überraschend häufig vor.
Viele Betriebe betroffen
Von mehr als 850 untersuchten Hotels, Restaurants und Cafés allein in Hessen hatten rund 17 Prozent Bewertungen entfernen lassen.
In Großstädten ist der Anteil deutlich höher: In Berlin und Köln fast jeder dritte Betrieb, in München und Nürnberg etwa jeder vierte.
Nicht jede Löschung ist verdächtig
Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga begrüßt die zusätzliche Transparenz, warnt aber vor falschen Schlüssen.
„Gelöschte Bewertungen bedeuten nicht automatisch, dass ein Unternehmen berechtigte Kritik unterdrücken wollte.“ Häufig würden Fake-Bewertungen oder Einträge von Personen gelöscht, die gar keine Gäste waren.
Seit einigen Wochen zeigt Google bei Bewertungen in Maps einen Hinweis darauf, ob und wie viele Bewertungen gelöscht worden sind. Eine Auswertung zeigt: Viele Betriebe lassen Kritik entfernen. https://t.co/iZuM4cqDmO
— DER SPIEGEL (@derspiegel) July 20, 2026
Fake-Bewertungen bleiben ein Problem
Auch gekaufte Positivbewertungen verfälschen das Bild. Deshalb fordern Branchenvertreter ein konsequentes Vorgehen gegen manipulierte Rezensionen – egal, in welche Richtung.
Sterne mit Vorsicht genießen
Verbraucherforscher betonen, dass Google-Sterne großen Einfluss auf die Restaurantwahl haben. Gleichzeitig sagt ein Experte: „Ich persönlich würde inzwischen recht wenig auf Sternebewertungen geben.“
Sein Rat: Nicht nur auf die Durchschnittsbewertung schauen, sondern auch die einzelnen Kommentare kritisch lesen.
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