iTopnews-Mitarbeiter Jörg Heinrich hat ein neues Hobby entdeckt.
Er schreibt und produziert jetzt Musik, die vielleicht sogar besser klingt als das meiste, das heutzutage im Radio läuft.
Für das Klangwunder sorgt die Künstliche Intelligenz Suno. Sie ist ein ebenso faszinierendes wie umstrittenes Spielzeug für Musikfans. Wir verraten nach mehreren Wochen Test, wie das funktioniert.
Was ist Suno?
Die Musik-KI aus den USA erstellt komplette Songs mit Gesang, Instrumenten und Texten in Studioqualität. Ihr gebt eine Beschreibung ein, einen Prompt, und erhaltet gut eine Minute später Euer fertiges Musikstück zum Download.
Ihr könnt sogar mit Eurer eigenen Stimme „singen“. Die unkomplizierte Bedienung läuft über die Website suno.com am Mac oder über die Suno-App fürs iPhone.
Was kann Suno?
Wie bei jeder KI gilt: Je exakter die Beschreibung, desto besser wird das Ergebnis. Wenn Ihr zum Beispiel ein Lied wie von den Beatles 1968 produzieren wollt, gibt Ihr einen Prompt ein, der in etwa so beginnt: „Psychedelischer Beatles-Stil von 1968, Struktur à la ‚A Day in the Life‘, abwechselnd verträumte, surreale Strophen, Klavier, Tape-Effekte, britischer Gesang.“
Je nach Detailtiefe können solche Beschreibungen enorm lang werden, doch der Aufwand lohnt sich. Suno kann selbst Texte erzeugen – oder Ihr lasst sie nach Euren eigenen Vorgaben von ChatGPT oder Gemini schreiben. Besonders viel Spaß macht es, wenn Ihr Euch selbst Texte ausdenkt, die dann von den KI-Stimmen exakt umgesetzt werden.
Wie klingen die Songs?
Kurz gesagt – ebenso exzellent wie erschreckend echt. Egal ob Beatles („News read me“), Taylor Swift („Shakespeare’s Answer“), Oasis („Rain on the Radio“), der nächste James-Bond-Hit („Licence to love me wrong“) oder Münchner Eisbach-Gaudi („Skandal im Surfbezirk“) – die Stücke sind Radio-reif.
Im iTopnews-Test hätte niemand geglaubt, dass es sich zum Beispiel bei „The Man borrowed Yesterday“ nicht um einen verschollenen Beatles-Song handelt. Wer reinhören will: Unter is.gd/heinrichhits könnt Ihr Euch einige unserer Kostproben kostenlos runterladen.
Noch ein Tipp dazu: Das neue Suno-Modell 5.5 neigt dazu, vor allem Pop auf aktuellen TikTok-Standard zu trimmen, mit vielen „Oh oh oh“ und Stimmband-Aufwärmen zu Beginn der Stücke, und mit sehr synthetischen Schlagzeug-Breaks. Wenn Euch das auch nervt, probiert mal das Modell 4.5, das unserer Meinung nach abwechslungsreicher und natürlicher klingt.
Was kostet Suno?
Mit einem Gratis-Konto könnt Ihr rund zehn Songs am Tag erstellen. Für 10 Euro gibt es ein Paket mit 500 Titeln im Monat. Und das „Premier“-Abo für monatlich 30 Euro bringt neben 2.000 Songs erweiterte Möglichkeiten im KI-Plattenstudio.
Ist das legal?
Hier wird es heikel. Rechtlich ist Suno komplett legal. Aber wenn Ihr musikalisch nicht völlig eigene Wege geht, merkt man den Liedern natürlich an, von welchen Künstlern sie inspiriert sind. Deshalb halten viele Experten diese KI für den „Alptraum der Plattenindustrie“.
In der Musikbranche gilt es mittlerweile als offenes Geheimnis, dass sich selbst Top-Produzenten und Superstars bei Suno bedienen. Welchen Wert echte und handgemachte Musik im KI-Zeitalter noch hat, ist die große Frage.
Achtung mit Euren eigenen Songs!
Und noch eine wichtige Anmerkung: Suno räumt sich ziemlich dreist Rechte an den Songs ein, die Ihr dort produziert. Eigene Kompositionen, die Euch wichtig sind, solltet Ihr nicht als Basis für die KI hochladen – sonst gehören sie Euch plötzlich nicht mehr allein.
Fazit: Aus künstlerischer Sicht ist Suno ein massives Problem – plötzlich eigene „Hits“ zu produzieren, macht trotzdem Riesenspaß.
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das? Fotos: Jörg Heinrich / iTopnews / Universal Music





