Apple wird heute 50 Jahre. Der iTopnews-Tag widmet sich ausführlich dem runden Geburtstag.
50 Jahre Apple. Und im 50. Jahr plötzlich ein unerwarteter großer Coup: Alle sprechen über Apples neues, super günstiges MacBook – doch kaum jemand stellt korrekte Vergleiche mit früheren Einstiegs-Computern von Apple an.
Manch einer berichtet, das MacBook Neo sei der günstigste Mac seit 2006, andere haben gedanklich nur die letzten 10 Jahre im Blick und einige behaupten, das Neo sei der günstigste Mac jemals. Was ist wahr, was nicht? Lasst es uns jetzt mal klären…
Welche anderen Computer im unteren Preissegment gab es von Apple?
Apple ist vor allem für hochpreisige Computer bekannt, dabei hat der Konzern seit jeher auch Computer für den Bildungsbereich entwickelt, die besonders preiswert sein sollten. Schon der Apple IIe von 1983 (ab 1.295 Dollar) wurde speziell für Schulen entworfen. In den 80er und 90er Jahren kosteten Apple Computer meist 1000 bis 3000 Dollar, was dank Inflation bis zu 10.000 € heute entspricht.
Mit dem Macintosh Classic (999 Dollar) brachte Apple 1990 den ersten echten günstigen Mac für unter 1.000 Dollar auf den Markt. Durch die Rückkehr von Steve Jobs erschienen weitere Macs für das Einstiegssegment wie der iMac (1998 | 1299 Dollar), das iBook (1999 | 1599 Dollar), den Mac mini (2005 | 489 Euro) sowie das klassische MacBook (2006 | 999 Euro).

In den 2010er Jahren hat Apple den Markt für günstige Computer etwas vernachlässigt. Zwar wurde der Mac mini weiter gepflegt und es erschien das MacBook Air, wirkliche Impulse setzten aber die teureren Pro-Geräte.
Seit ein paar Jahren – wir würden sagen mit der Einführung des iPhone SE 2016 – legt Apple wieder einen größeren Fokus auf den Markt günstiger Geräte (das ist auch den Märkten China und Indien geschuldet).
iPhone 17e, Apple Watch SE 3, iPad, Mac mini und MacBook Neo: Nie hatte Apple ein so starkes Portfolio im unteren Preissegment wie jetzt.
Ist das MacBook Neo der Nachfolger des originalen MacBook?
Das erste MacBook stellte Apple im Jahr 2006 als Nachfolger des iBook vor. Es besaß ein weißes Kunststoffgehäuse, kostete faire 999 Euro und war gerade bei Studenten extrem beliebt. Bis heute hat dieses MacBook viele Fans und galt als der erste Mac einer ganzen Generation. 2011 wurde das MacBook zugunsten des MacBook Air zum gleichen Pries eingestellt.
2015 brachte Apple eine Neuauflage des MacBooks auf den Markt. Es war dünner und leichter als das Air, allerdings auch ganz schön teuer. Es war kein Einstiegsgerät mehr, sondern mit der recht schwachen Leistung und den wenigen Anschlüssen eher eine Designstudie. 2019 wurde das 12-Zoll MacBook eingestellt.
Jetzt nimmt Apple einen neuen Anlauf in den Einstiegsmarkt mit einem MacBook, das nochmal wesentlich günstiger als seine Vorgänger ist, trotz Namenszusatz „Neo“ aber als Nachfolger der MacBook-Einstiegsmodelle betrachtet werden kann.
Ist das MacBook Neo der günstigste Mac aller Zeiten?
Kommen wir zur spannenden Frage, welcher Mac in Apples Geschichte denn der günstigste ist. Die Liste an Apple Computern, die für unter 900 Dollar zu bekommen waren, ist recht kurz. Der Apple 1 von 1976 kostete 666,66 Dollar – inflationsbereinigt wären das heute über 2.000 Euro. Der Mac mini kostete im Jahr 2005 nur 489 Euro – heute würde das 743 Euro entsprechen.
Ein MacBook unter 800 Euro gab es bisher nicht. Der aktuelle Mac mini kostet genau wie das MacBook Neo ab 699 Euro. Allerdings kommen bei diesem noch Bildschirm, Tastatur und Maus hinzu, was beim MacBook Neo schon dabei ist. Deshalb ist das MacBook Neo für uns tatsächlich der günstigste Mac, den man jemals kaufen konnte.
Warum ist das MacBook Neo so günstig?
Während es noch Anfang der 2010er Jahre so aussah, als würde das iPad den Mac ersetzen (zumindest im Einstiegssegment), existieren heute beide Geräteklassen nebeneinander. Noch kann der Mac vieles, was das iPad nicht kann.
Während der Mac im Profi-Bereich starke Verwendung findet, ist jetzt eine ganze Generation hauptsächlich ohne Computer aufgewachsen – dem iPhone sei Dank. Genau diese junge Zielgruppe, die bereits ein iPhone nutzen und jetzt in der Schule und Uni mit einem Mac besser arbeiten könnten, will Apple mit dem MacBook Neo erreichen.
Wie beim ursprünglichen MacBook von 2006 will Apple auch 20 Jahre später wieder viele junge Menschen vom Mac überzeugen – und das mit einem extrem fairen Preis.
Das MacBook Neo kann so günstig sein, weil Apple zunehmend auf eigene Chips setzt, anstatt auf Intel, Qualcomm und Co. Der A18 Pro Prozessor stammt aus dem iPhone vom letzten Jahr und verfügt über einen deaktivierten Prozessorkern, wodurch auch fehlerhafte Chips im Neo verwendet werden können.
Ein echt klickendes Trackpad, der Wegfall von MagSafe, kein True-Tone im Display, eine fehlende Hintergrundbeleuchtung, Kamera ohne Center Stage und weniger RAM sowie Festplattenspeicher führen dazu, dass Apple den Preis auf 699 Euro (für Schüler sogar 599 Euro) drücken konnte – und das ohne wirklich schmerzhafte Kompromisse.
Damit ist das MacBook Neo gerade in Zeiten steigender Speicherpreise eine gewaltige Kampfansage an die Windows-Konkurrenz und ein wirklich historisches Apple-Gerät.
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das? Fotos: Apple; Jörg Heinrich/iTopnews.de


