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Sexueller Missbrauch im Netz: EU will Meldepflicht für Internet-Konzerne einführen

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Die EU-Kommission will verbotene Inhalte im Netz besser bekämpfen. 
Speziell der sexuelle Missbrauch von Kindern nimmt im Netz zu. Mit ein Grund, warum Apple den umstrittenen Kinderporno-Scan durchführen will. Auch Google hat entsprechende Pläne. Jetzt gerät Bewegung in die wichtige Angelegenheit: Bisher müssen Internet-Konzerneverbotene Inhalte nur auf freiwilliger Basis melden. Die EU will nun ein Gesetz erarbeiten, welches die Firmen zur Meldepflicht zwingt.

„Während der Pandemie, wo sich mehr Täter isoliert zu Hause aufgehalten haben, ist die Nachfrage nach Material mit Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs angestiegen, in einigen EU-Mitgliedsländern sogar um bis zu 25 Prozent“, berichtet die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson in der „Welt“.

95 Prozent der Meldungen von Meta

Derzeit stammen 99 Prozent der Meldungen von großen Internet-Konzernen. Der Großteil mit 95 Prozent von Meta (Facebook). Aktuell gibt es aber noch keine Verpflichtung, gegen sexuellen Missbrauch vorzugehen.

Automatische Erkennung und Löschung per Gesetz

In Zukunft sollen solche Inhalte automatisch erkannt und entfernt werden. 2020 seien 22 Millionen Meldungen zu verbotenen Inhalten eingegangen. Datenschutz sei wichtig, aber die Sicherheit der Kinder noch wichtiger. Laut Johansson sei dies „nur ein Bruchteil der tatsächlichen Straftaten“.

 „Es gibt Beweise, dass der Missbrauch immer extremer wird. Ich werde in den kommenden Monaten eine Gesetzgebung vorschlagen, die Unternehmen verpflichtet, den sexuellen Missbrauch von Kindern zu erkennen, zu melden und zu entfernen“, erklärte die zuständige EU-Innenkommissarin Ylva Johansson. Eine freiwillige Meldung reiche „dann nicht mehr“ aus. Viele Kinder würden ein „multiples Trauma“ davontragen.

Sie sprach sich auch für eine europaweite Zusammenarbeit bei diesem Thema aus und hält die Gründung eines EU-Zentrums für sinnvoll. Dieses könne „sowohl die Prävention und Strafverfolgung als auch die Unterstützung von Opfern“ koordinieren.

Fotos: Pixabay, iTopnews
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