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„Ein Tag im Leben deiner Daten“: Apple startet deutschsprachige Datenschutz-Info

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Gerade hat Apple eine neue deutschsprachige Datenschutz-Sonderseite freigeschaltet.

„Ein Tag im Leben deiner Daten“ informiert auf dieser Seite darüber, wie User im Internet getrackt werden und welche Möglichkeiten speziell das iOS-Betriebssystem bietet, etwas dagegen zu tun.

Crosstracking für jede einzelne App deaktivierbar

Gerade mit iOS 14.5, das sich in Beta 6 befindet und in Kürze für alle User erscheinen wird, baut Apple sein Betriebssystem um eine Reihe wichtiger Datenschutzfunktionen aus. Zum Schutz der Privatsphäre von Nutzern verlangt Apple von iPhone- und iPad-App-Entwicklern, dass die Erlaubnis eingeholt wird, Aktivitäten über andere Apps und Websites hinweg für personalisierte Werbung zu verfolgen („Crosstracking“). Auf dem Gerät fragt dann ein Pop-up ab, ob Ihr Apps bzw. Websiten dieses Tracking erlauben wollt.

Wichtig zu wissen: Über Einstellungen -> Datenschutz -> Tracking kommt Ihr zu einer Liste aller Anwendungen, die Euch gern crosstracken würden. Eure Option: Ihr aktiviert oder deaktiviert den Reiter „Apps erlauhen, Tracking anzufordern“. So erhaltet Ihr die Kontrolle über jede einzelne Anwendung.

Steve Jobs zeichnete den Weg 2010 bereits vor

Apple erinnert dabei an wegweisende Sätze von Mitgründer Steve Jobs, die er auf der „All Things Digital Conference“ bereits im Jahr 2010 sagte:

„Ich bin überzeugt davon, dass die Menschen intelligent sind, und das manche bereit sind, mehr Daten zu teilen als andere. Fragt sie einfach danach. Fragt sie jedes Mal. Lasst sie euch sagen, wann sie nicht mehr gefragt werden wollen. Und lasst sie genau wissen, was mit ihren Daten gemacht wird.“

Die neue deutschsprachige Seite „Ein Tag im Leben deiner Daten“ visualisiert, was 24 Stunden mit Euren Daten passiert – anhand eines „Vater-Tochter-Tages“ auf dem Spielplatz.

„Am Ende des Tages haben eine Reihe von Unternehmen, mit denen John noch nie interagiert hat, überall auf der Welt ihre Profile mit den Daten über ihn und seine Tochter aktualisiert. Diese Unternehmen wissen, wo sich das Haus der Familie befindet, welchen Park sie besucht haben, welche Nachrichten-Websites sie gelesen haben, welche Produkte sie sich angesehen haben, welche Werbung sie gesehen haben, welche Geschäfte sie besucht haben und kennen ihre Kaufgewohnheiten. Diese Daten wurden in mehreren Apps gesammelt und getrackt.“

So treiben Apps Schindluder mit Euren persönlichen Daten

  • In Apps, die Ihr jeden Tag nutzt, sind Tracker integriert: eine durchschnittliche App hat 6 Tracker.
  • Datenbroker sammeln, verkaufen und lizenzieren die persönlichen Daten.
  • Ein Broker sammelt Daten von 700 Millionen Verbraucher:innen weltweit und erstellt Verbraucherprofile mit bis zu 5.000 Merkmalen.
  • Eine Studie zeigt, dass in fast 20 % der Apps für Kinder persönliche Daten durch die Entwickler gesammelt und geteilt werden, ohne nachweisbare Einwilligung der Eltern. 

Apple will sich nicht mehr damit abfinden, dass dies „täglich im Alltag der Menschen, oft ohne ihr Wissen oder ihr Einverständnis“ geschieht. Daher greifen die genannten „Anti Tracking Transparency“-Maßnahmen (kurz „ATT“) ab iOS 14.5.


„Datenschutz ist für Apple ein Menschenrecht“

Apple hält Datenschutz für ein Menschenrecht und hat entsprechende Datenschutzrichtlinien formuliert:

„Diese vier Richtlinien waren immer die Grundlage für das Ziel von Apple, dass alle Benutzer:innen die Möglichkeit haben sollen, ihre Daten so zu teilen, wie sie es wollen:

Datenminimierung
On-Device-Verarbeitung
Transparenz und Kontrolle für Benutzer:innen
Sicherheit zum Schutz der Daten“

Neben „ATT“ führt Apple mit iOS 14.5 auch die Datenschutzlabels auf den jeweiligen Produktseiten der Apps im Store ein. Zeigt sich bei einer Kontrolle, dass Apps Tracking verheimlichen oder tricksen, droht laut den neuen App-Store-Guidelines das Aus für die App.

Die neue deutschsprachige Seite „Ein Tag im Leben deiner Daten“ solltet Ihr Euch im Detail in Ruhe durchlesen, bevor iOS 14.5 in Kürze für alle User erscheint. Hier werden auch viele Fragen zum Thema geklärt.

Die vier wichtigsten Fragen und Antworten

Kann ich immer noch alle Funktionen der App nutzen, wenn ich „App Tracking ablehnen“ wähle?

Ja. App Entwickler können nicht von dir verlangen, dass du das Tracking erlaubst, um den vollen Funktionsumfang der App zu nutzen.

Kann Apple garantieren, dass eine App mich nicht trackt, wenn ich „App Tracking ablehnen“ wähle?

Wenn du „App Tracking ablehnen“ wählst, kann der Entwickler nicht auf die Kennung für Werbetreibende (IDFA) zugreifen, die häufig zum Tracking verwendet wird. Der App-Entwickler ist außerdem verpflichtet, deine Entscheidung zu respektieren, auch außerhalb der Werbekennung. Das ist in den Richtlinien vorgeschrieben, denen der Entwickler zustimmt, wenn er seine App im App Store einreicht und anbietet. Wenn wir erfahren, dass ein Entwickler Benutzer:innen trackt, die nicht getrackt werden wollen, verlangen wir, dass diese Praktiken geändert werden, um deine Wahl zu respektieren. Andernfalls kann die App aus dem App Store entfernt werden.

Wenn ich mich mit meinen Account in den sozialen Medien bei einer App anmelde, kann das Unternehmen dieser sozialen Medien tracken, was ich in der App mache?

Das hängt davon ab, ob du der App erlaubt hast, dich zu tracken. Wenn du „App Tracking ablehnen“ wählst, sollte die App dich nicht in Apps oder auf Websites anderer Anbieter zu Werbezwecken verfolgen oder deine Daten mit einem Datenbroker teilen. Das bedeutet, dass sie deine Daten nicht an das Unternehmen dieser sozialen Medien weitergeben sollte, wenn sie für diesen Zweck verwendet werden.

Wie sorgt Apple dafür, dass die Informationen zum Datenschutz auf den Produktseiten im App Store korrekt sind?

Ähnlich wie bei der Altersfreigabe im App Store, melden die Entwickler ihre eigenen Datenschutz- praktiken. Wenn wir erfahren, dass Entwickler möglicherweise ungenaue Informationen bereitgestellt haben, arbeiten wir mit ihnen daran die Informationen zu korrigieren. 

 

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