Der PayPal-Mitgründer wirft Apple fehlende Innovationen vor. Hat er damit Recht?
Der in Frankfurt geborene einflussreiche Investor und Trump-Flüsterer Peter Thiel stellt Apple ein schlechtes Innovationszeugnis aus: Seit Steve Jobs’ Tod 2011 sei dem Konzern nichts wirklich Neues mehr gelungen. In einem Podcast erklärt er, warum er Tim Cook ganz anders bewertet.
Für Thiel hat Apple den iPhone-Erfolg nur verwaltet
Im Podcast „The Builders“ bezeichnet Thiel das iPhone als gewaltige Erfindung. Danach habe Apple vor allem das bestehende Geschäft vergrößert und die Marke gestärkt – über rund 15 Jahre hinweg, ohne den nächsten vergleichbaren Durchbruch.
Tim Cook sei der effiziente Gegenentwurf zu Jobs. Thiel hält kreative, auch umstrittene Chefs wie Steve Jobs und Elon Musk für wertvoller für die Gesellschaft. Zudem kritisiert er Apples Aktienrückkäufe. Cook ist mittlerweile Executive Chairman, John Ternus seit September Apple-Chef.

Apple brachte in der Cook-Ära zahlreiche neue Produkte
Doch unter Cook gab es durchaus neue Produkte: Apple Pay startete 2014 und wird von hunderten Millionen Menschen weltweit genutzt. 2015 folgte die Apple Watch – bis heute eine der erfolgreichsten Smartwatches weltweit.
Hinzu kamen Apple Music, AirPods, Face ID, HomePod, Apple TV+ und AirTags. 2020 vollzog Apple mit eigenen Chips außerdem den Abschied von Intel beim Mac. Ob das echte Durchbrüche sind, ist offenbar Ansichtssache. Wir finden: Sicherlich hat Apple seinen Erfolg und neue Produkte und Services um das iPhone herum aufgebaut, aber das macht ja auch Sinn. John Ternus hat auf dem letzten Event erst bekräftigt, dass das iPhone für die meisten Menschen mittlerweile das Zentrum des persönlichen, digitalen Lebens ist.
Bei KI gibt es Probleme – an der Börse läuft seit Tim Cook blendend
Weniger überzeugend läuft es bei der KI: Apple Intelligence kam später als angekündigt, auch die überarbeitete Siri wurde mehrfach verschoben. Die Verzögerungen führten sogar zu einer Klage. Siri-Chef Mike Rockwell verwies auf technische Probleme der alten Architektur.
Thiel lobt Apple immerhin als gut geführte Value-Aktie. Der Kurs stieg allen 2026 von 271 auf etwa 347 Dollar, rund 28 Prozent. Schon 2017 erklärte Thiel die Apple-Ära für beendet – seitdem legte die Aktie aber um 1.066 Prozent zu.
Unserer Meinung nach ist die Zeit des Smartphones noch nicht vorbei und es hat ja auch keine andere Firma geschafft, das nächste große Ding durchzusetzen. Dennoch sollte Apple weiter in KI, smarte Brillen und Wearbles investieren, um den nächsten Trend nicht zu verpennen. Cupertino sollte genau schauen, was OpenAI jetzt vorbereitet.
Gebt ihr Peter Thiel recht? Hat Apple Steve Jobs‘ Ideen nur verwaltet, oder dennoch Innovationen gebracht in den letzten 15 Jahren? Und welche Chancen traut ihr John Ternus zu?
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das? Foto: Apple
