Apple führt Limits für das Einreichen von Bugs ein – die Prüfer wurden von KI-Bugreports überflutet.
Apple kämpft anscheinend mit einer Flut an KI-generierten Fehlerberichten. Das Bug-Bounty-Programm ist eigentlich dafür da, Sicherheitsforscher zu belohnen, wenn sie kritische Systemfehler finden und an Apple melden. Doch Cupertino kommt nicht mehr hinterher – zu schnell ist die Suche nach Bugs und Erstellung von Fehlerberichten mit KI.
Zu viele KI-Berichte, zu wenig brauchbare Treffer
Laut einem Bericht der Financial Times hat Apple die Zahl der Fehlerberichte begrenzt, die Sicherheitsforscher einreichen dürfen. Zusätzlich soll es eine Sperrfrist von 30 Tagen geben, wenn das Limit erreicht ist.
Der Grund dafür ist offenbar eine Welle minderwertiger KI-Berichte. Viele davon sollen halluzinierte Schwachstellen enthalten – also Fehler, die in dieser Form gar nicht existieren. Für Apples Prüfteams wird das zum Problem. Denn das Prüfen all dieser Schwachstellen kostet Zeit.

Eine echte macOS-Lücke blieb wohl erst einmal liegen
Besonders heikel: Das italienische Startup Bynario will mithilfe von ChatGPT eine schwere macOS-Lücke gefunden haben. Diese könnte Angreifern volle Kontrolle über einen Mac ermöglichen.
Melden konnte Bynario den Fund aber zunächst nicht, weil Apple weitere Einreichungen blockiert hatte. CEO Alfredo Pesoli schätzt den Schwarzmarktwert der Lücke auf 100.000 bis 200.000 Dollar. Inzwischen soll Apple mit Bynario in Kontakt stehen.
Apple nutzt selbst KI zum Finden von Bugs
Apple setzt offenbar selbst KI von Anthropic und OpenAI ein, um Schwachstellen zu finden. Die jüngsten Updates von iOS und macOS sollen fünfmal so viele Fixes enthalten haben wie üblich.
Das Phänomen massenhafter KI-Bugreports existiert nicht nur bei Apple: Gerade auf Github werden viele Entwickler, die ehrenamtlich Open Source Software pflegen, von vermeintlichen Fehlerberichten überschwemmt, die Nutzer per KI erzeugt haben. Deren Prüfung kostet so viel Zeit, dass einige Entwickler, die solche wichtige Software in ihrer Freizeit pflegen, überlegen das Handtuch zu werfen.
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das? Bild: Pixabay
