Digitale Hektik war gestern. Jetzt fliegen Nachrichten im Taubentempo.
Messenger wie WhatsApp setzen auf Tempo – Roost geht den umgekehrten Weg. Die kostenlose iPhone-App wirbt als „Slow-cial Media“ und verschickt Nachrichten per virtueller Brieftaube.
Statt Chatlisten steht eine Weltkarte im Mittelpunkt, auf der sich die gefiederten Boten verfolgen lassen.
Tauben statt Push-Stress
Zum Start gibt es vier digitale Vögel mit unterschiedlicher Geschwindigkeit – vom klassischen Brieftauben-Modell bis zum Pinguin.
Erst wenn eine Taube ihr Ziel erreicht, erscheint die Nachricht. Versendet werden können Texte, GIFs und Zeichnungen, Fotos dagegen nicht.
Mehr Vögel gegen Geld
Sind alle Tauben unterwegs, heißt es warten, oder im Shop nachrüsten. Dort gibt es etwa einen Adler für 2,99 Euro oder sogar ein Huhn mit unrealistischen 1.609 km/h für 9,99 Euro. Auch Gruppenchats („Nester“) sind möglich.
Digitale Brieffreunde
Besonders interessant ist die Brieffreundschaft-Funktion: Nach einer einmaligen Verifizierung per Telefonnummer lassen sich Fremde aus aller Welt finden und anschreiben – eine moderne Version klassischer Brieffreunde.
‘Slow-cial’ app Roost forces you to slow down to the speed of a carrier pigeon https://t.co/GWSkCibTQP
— TechCrunch (@TechCrunch) July 8, 2026
Datenschutz als Knackpunkt
Für private Gespräche eignet sich Roost allerdings kaum. Nachrichten werden zwar beim Versand verschlüsselt, liegen auf den Servern aber im Klartext vor.
Laut Datenschutzerklärung setzt der Entwickler zudem ein System von OpenAI ein, das Nachrichten automatisch auf problematische Inhalte prüft.
Falls nötig, können diese anschließend auch von menschlichen Moderatoren eingesehen werden, um „rechtliche Vorgaben“ einzuhalten.
Originell, aber unsicher
Wer Roost nutzt, sollte sich deshalb bewusst sein, dass die Kommunikation nicht Ende-zu-Ende-verschlüsselt ist.
Als originelles Experiment für entschleunigten Austausch und digitale Brieffreundschaften bleibt die App dennoch eine spannende Idee.
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