Der zwei Jahre alte Song „Earrings“ kletterte innerhalb einer Woche an die Spitze der US-Charts von Spotify.
Zuvor waren die Streamingzahlen für den unbekannten Sänger Malcolm Toddum 70 Prozent in die Höhe geschossen. Dabei liegt dabei der Verdacht einer gezielten Chart-Manipulation nahe. Denn: Zeitgleich mit dem Streaming-Boom häuften sich auf der Online-Wettplattform Kalshi Wetten auf genau dieses Ereignis.
Wettprämien als Anlass für Charterfolg?
Wer dort darauf setzte, dass Todd im Juni Platz 1 der Spotify-Charts erreichen würde, strich am Ende das 20-Fache seines Einsatzes ein. Hinweise auf eine Beteiligung des Sängers oder seines Teams gibt es laut dem Bericht nicht; er wurde vermutlich zum zufälligen Werkzeug der Wettbetrüger.

Spotify reagierte nachträglich und korrigierte die US-Charts für Juni, indem der Streamingdienst rund 500.000 künstlich erzeugte Wiedergaben löschte. Für die Wettplattform kam diese Bereinigung jedoch zu spät, da Kalshi die Gewinne bereits ausgezahlt hatte.
Spotify distanziert sich von Kalshi
Das Streamingunternehmen distanzierte sich scharf von dem Vorfall und forderte die Plattform auf, das Spotify-Logo von ihrer Webseite zu entfernen. Der Fall rückt Prognose- und Wettmärkte wie Kalshi oder Polymarket erneut in den Fokus von Ermittlungsbehörden.
Der Verdacht, dass Ereignisse in der realen Welt manipuliert werden, um Wettgewinne zu ergaunern, ist nicht neu: In Frankreich gab es bereits Versuche, offizielle Temperaturmessungen für Wetterwetten zu fälschen. Kalshi will den aktuellen Vorfeld rund um Spotify-Streams nun genauer untersuchen.
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