Ist nicht nur der KI-Boom, sondern auch harte Einkaufspreise schuld am knappen Speicher?
Die Speicherkrise trifft Apple inzwischen ganz konkret. Nach höheren Preisen für MacBook und iPad werden vermutlich auch die im Herbst vorgestellten iPhones teurer werden. Hat Apple daran eine Teilschuld?
Micron: Zu harte Preise haben Investitionen ausgebremst
Micron-Manager Sumit Sadana sagte dem Wall Street Journal, einige Kunden hätten in der letzten Marktschwäche extrem aggressive Preise durchgesetzt. Apple nannte er nicht direkt, der Kontext ist aber ziemlich deutlich.
Laut Sadana habe Micron diesen Kunden damals gesagt, dass dieses Verhalten „nicht konstruktiv“ sei. Die niedrigen Preise hätten Investitionen erschwert. 2023 seien in der Branche viele Pläne gestoppt worden, weil Preise und Margen so schwach waren.

Jetzt wird Speicher knapp – und Apple zahlt drauf
Apple galt lange als besonders gut abgesichert. Mit langfristigen Einkaufsverträgen konnte sich der Konzern offenbar länger niedrige Preise sichern als viele Konkurrenten. Genau diese Strategie könnte den Markt aber zusätzlich unter Druck gesetzt haben.
Micron selbst profitiert nun massiv vom Umschwung. Im dritten Geschäftsquartal meldete der Speicherhersteller 41,46 Milliarden US-Dollar Umsatz, eine Bruttomarge von rund 85 Prozent und erwartet im laufenden Quartal sogar etwa 50 Milliarden US-Dollar Umsatz.

Der KI-Boom macht die Lage nicht besser
Hinter der Knappheit steckt vor allem die enorme Nachfrage nach Speicher für KI-Rechenzentren. Micron rechnet damit, dass DRAM- und NAND-Angebot noch länger hinter der Nachfrage zurückbleiben. Entspannung sieht der Konzern frühestens nach 2027.
Für Apple ist das unangenehm: MacBook- und iPad-Preise wurden bereits angehoben, das iPhone blieb bisher verschont. Gut möglich aber, dass uns das Thema Speicherpreise noch eine ganze Weile begleitet.
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