Im heutigen iTopnews History blicken wir auf die Einführung eines zentralen Apple-Dienstes zurück: iCloud.
Wir alle kennen sie, viele nutzen die iCloud täglich. In der digitalen Wolke werden Fotos, Kontakte, Erinnerungen, Notizen, Backups, Dokumente und vieles mehr gespeichert und zwischen Geräten geteilt. Wir könnten uns unseren Alltag ohne iCloud kaum noch vorstellen – mittlerweile sind Rechenzentren nicht mehr wegzudenken.
Vor 15 Jahren war das aber noch anders…
Von .Mac und MobileMe zu iCloud
Cloud-Dienste an sich gibt es bereits seit Ende der 90er Jahre, Apple begann 2002 damit, Mac OS besser mit dem Internet zu verbinden. Der Mac bot zunächst kostenlose E-Mail-Adressen, wurde dann jedoch kostenpflichtig und deutlich ausgebaut.
Für 79€ im Jahr gab es 10 GB Cloud-Speicher (iDisk), geteilte Fotos (Photocasting), eigene Website (iWeb), Backups, iChat und die Synchronisation von Kalendereinträgen, Kontakten, Lesezeichen, Passwörtern und mehr.
Nach der Einführung des iPhone wurde .Mac 2008 durch das ebenfalls kostenpflichtige MobileMe ersetzt. Mobile Geräte sollten besser aktuell gehalten werden und so wurden Kalendereinträge, Kontakte, E-Mails, Bilder (Galerie) und mehr nicht nur zwischen Macs, sondern auch mit dem iPhone, iPod, später iPad und Windows-Computern synchron gehalten.
Neu war die Push-Technik, durch die geänderte Kontakte und Co. sehr schnell auf allen Geräten aktualisiert werden konnten.
MobileMe zog allerdings von Anfang an starke Kritik auf sich: Viele Funktionen aus .Mac wie Grußkarten (iCards), Safari-Lesezeichen, Erstellen neuer E-Mail-Adressen und mehr vielen weg.
Zudem kam es gerade am Anfang zu massiven Verbindungsproblemen. Als MobileMe 2011 durch iCloud ersetzt wurde, sagte Steve Jobs, dass MobileMe nicht gerade Apples Sternstunde gewesen sei.

iCloud: Das Ende der zentralen Stellung des Macs
Seit Beginn des Personal Computers war der Rechner (ob Mac oder Windows) das Zentrum des digitalen Lebens. Alle Dokumente, Fotos, Musik und Programme waren auf dem Computer gespeichert.
Hatte man eine Digitalkamera, übertrug man die geschossenen Aufnahmen per Kabel auf den Computer, um sie dort zu speichern. Der iPod übernahm die auf dem Mac gespeicherte Musik und auch das iPhone musste anfangs immer über iTunes synchronisiert werden.
Nach der Einführung des iPads zeichnete sich ab, dass viele Menschen in Zukunft vermutlich gar keinen Computer mehr haben werden – Geräte wie iPhone, iPod, iPad und Mac sollten gleich behandelt werden und alle Dateien mit einem übergeordneten Dienst teilen, der anstelle des Computers die zentrale Verwaltung übernimmt: iCloud.
Steve Jobs stellte iCloud auf der WWDC 2011, also vor ziemlich genau 15 Jahren als Nachfolger von MobileMe vor. Neben Kontakten, Kalendereinträgen und E-Mails wurden erstmals auch Fotos und Dokumente vollständig automatisch zwischen allen Geräten geteilt.
Die neuesten 1000 Fotos der letzten 30 Tage, die auf dem iPhone geschossen wurden, wurden im Fotostream automatisch auf iPad, Mac und Co. übertragen. Eine Änderung in einem Pages-Dokument wurde direkt auf allen Geräten sichtbar.
iCloud war seit Beginn an kostenlos (mit 5GB Speicher) und extrem beliebt – nach nur 5 Tagen gab es bereits 20 Millionen Nutzer.

So entwickelte sich iCloud bis heute
Direkt zum Start wurden Safari-Lesezeichen wieder synchronisiert und die Funktionen iPhone suchen und iCloud Backups wurden eingeführt. 2012 kamen Erinnerungen, Notizen, iMessage, Safari Tabs und ein geteilter Fotostream hinzu.
Der iCloud Schlüsselbund wurde ein Jahr später eingeführt. 2014 startete iCloud Drive und die Fotomediathek, durch die endgültig alle Fotos in der Cloud, anstatt auf einem einzigen Gerät gespeichert werden.
Seit 2014 laufen alle iCloud-Rechenzentren mit 100% erneuerbarer Energie. 2016 gab es bereits über 780 Millionen Nutzer – heute sind es mit Sicherheit noch weit mehr. Quasi jeder, der ein Apple-Gerät besitzt, nutzt auch die iCloud.
Bei vielen neuen Funktionen in iOS, macOS und Co. übernimmt die iCloud im Hintergrund eine wichtige Rolle. Sie ist der Kit, der Apples Ökosystem zusammenhält und ein großer Grund dafür, das Nutzer den Goldenen Käfig ungern verlassen.
Wie Steve Jobs bei der Präsentation gesagt hat: „It just works!“.
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