Zwischen Apple und OpenAI könnte sich ein größerer Konflikt entwickeln. Das sind die Hintergründe.
Laut Mark Gurman von Bloomberg prüft OpenAI derzeit rechtliche Schritte gegen Apple. Hintergrund ist offenbar die wachsende Unzufriedenheit über die Zusammenarbeit rund um ChatGPT und Apple Intelligence.
Die Hintergründe einer möglichen Klage bleiben dabei noch nebulös. Gurman zitiert OpenAI-Mitarbeiter, die aber namentlich nicht genannt werden wollen. Die Motive einer Klage verschwimmen in den Aussagen.
OpenAI ist nicht mehr ganz so prominent in iOS 27 vertreten
Dabei stellt sich vor allem eine Frage: Warum denkt OpenAI überhaupt über eine Klage nach? Glaubt man den Zitaten, so geht es offenbar um enttäuschende Erwartungen bei der Integration von ChatGPT in Siri und iOS.
OpenAI hatte sich von der Partnerschaft wohl deutlich mehr Wachstum bei kostenpflichtigen Abos und eine tiefere Einbindung in Apples Systeme versprochen.
Apple verfolgt offenbar eigene KI-Strategie
Apple scheint die Kooperation deutlich nüchterner zu betrachten als OpenAI. Für Cupertino war ChatGPT vor allem eine schnelle Möglichkeit, eigene KI-Lücken zu schließen, bis die hauseigenen Systeme weiterentwickelt sind.
Gleichzeitig arbeitet Apple bereits mit weiteren KI-Anbietern zusammen. Besonders Googles Gemini spielt intern offenbar eine immer größere Rolle.
Genau hier könnte ein zentraler Auslöser für die Spannungen liegen. OpenAI verliert dadurch seine Sonderrolle innerhalb von Apple Intelligence. Statt exklusiver Partner zu sein, wird ChatGPT nur noch ein Baustein unter mehreren KI-Diensten. Für OpenAI dürfte das wirtschaftlich deutlich weniger attraktiv sein als ursprünglich erwartet.
Geht es um Siri oder ums Geld?
Hinzu kommt die schwierige Lage rund um Siri. Apples große KI-Neuausrichtung verzögerte sich mehrfach, viele versprochene Funktionen kamen später als geplant.
Dadurch blieb auch die Reichweite der ChatGPT-Integration begrenzt. Die erhoffte Milliardenplattform auf dem iPhone entwickelte sich bislang offenbar nicht.
Sehr gut denkbar also, dass OpenAI weniger aus technischen Gründen unzufrieden ist, sondern vor allem wegen ausbleibender Einnahmen. Gerade weil der Wettbewerb im KI-Markt immer härter wird, dürfte der Druck auf das Unternehmen wachsen, neue Umsatzquellen zu sichern.
ChatGPT verliert in einigen Märkten bereits an Dynamik, während Google, Anthropic und Meta massiv investieren. Eine stärkere Monetarisierung über Apple hätte OpenAI daher vermutlich gutgetan. Denn ChatGPT ist laut neuesten Zahlen in den letzten 12 Monaten beim Web-Traffic von 77 auf 53 Prozent gefallen, im gleichen Zeitraum legte Google Gemini von von 7,3 auf 26,7 Prozent zu.
Apple sitzt am längeren Hebel
Für Apple selbst dürfte die Situation deutlich entspannter sein. Der Konzern kontrolliert weiterhin die Plattform und entscheidet letztlich, welche KI-Dienste auf iPhone, iPad und Mac bevorzugt integriert werden. Genau deshalb wirkt eine mögliche Klage auch riskant für OpenAI. Denn ohne Zugang zu Apples Ökosystem könnte ChatGPT langfristig sogar noch stärker unter Druck geraten.
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