Die EU will Android stärker für KI-Dienste öffnen. Apple warnt nun vor genau den Risiken, die man sonst selbst beklagt.
Apple und Google stehen bei Plattform-Fragen selten auf derselben Seite. Diesmal ist es anders: Apple hat sich bei der EU gegen neue Vorgaben für Android ausgesprochen – da Cupertino offenbar auch das eigene Ökosystem bedroht sieht.
EU will mehr KI-Auswahl auf Android-Geräten
Die Europäische Kommission arbeitet an Maßnahmen, mit denen Google konkurrierenden KI-Diensten tieferen Zugriff auf Android geben soll – wir haben bereits darüber berichtet. So könnte auch ChatGPT, Claude und Co. Apps bedienen, E-Mails verschicken, Essen bestellen oder Fotos teilen.
Auch Systemfunktionen stehen im Raum. Laut EU sollen KI-Dienste unter anderem per eigenem Aktivierungswort starten, Kontext vom Bildschirm nutzen und stärker mit Apps und Einstellungen zusammenspielen können.

Apple warnt vor einem Sicherheits-Experiment
Apple sieht darin ein Problem für Datenschutz, Sicherheit und Geräteleistung. In einer Stellungnahme soll der Konzern laut Reuters vor „dringenden und ernsten Bedenken“ gewarnt haben – besonders, weil KI-Systeme sich schnell weiterentwickeln und ihre Risiken schwer abschätzbar seien.
Spannend ist vor allem Apples Argumentation: Die EU versuche aus Sicht des Konzerns, ein Betriebssystem nach weniger als drei Monaten Arbeit praktisch neu zu entwerfen. Google-Ingenieure würden dabei durch Regulierungsentscheidungen ersetzt.
Warum Apple alles genau beobachtet
Der Fall betrifft zwar Android, hat aber auch Auswirkungen auf iOS. Apple muss sich in Europa selbst mit DMA-Vorgaben rund um iOS, iPadOS und den App Store auseinandersetzen. Was die EU nun bei Android durchsetzt, könnte also später auch fürs iPhone wichtig werden.
Die Konsultation lief bis zum 13. Mai. Bis spätestens 27. Juli will die Kommission entscheiden, ob und wie die Maßnahmen für Google verbindlich werden.
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