Was am 1. April 1976 in der Wohnung von Apple-Mitgründer Ron Wayne in Santa Clara geschieht, ist kein Aprilscherz.
Es ist die Grundsteinlegung des digitalen Zeitalters, in dem wir heute leben – mit all seinen Verheißungen und Abgründen.
Vor genau 50 Jahren gründen der Visionär Steve Jobs (21), der genialische Computer-Tüftler Steve Wozniak (25) und der Designer Ron Wayne (41) die „Apple Computer Company“.
Der dritte Mann verzockte Milliarden
Wayne steigt elf Tage später aus Angst vor finanzieller Haftung wieder aus. Er lässt sich seinen 10-Prozent-Anteil für 800 Dollar auszahlen – und verzockt damit Milliarden.
Doch die verbleibenden „Steves“ verändern die Welt – im Fall von Jobs sogar mehrfach. 1977 der Apple II als erster Computer für den Hausgebrauch. 2001 der iPod, der die Musikindustrie rettet und für immer verändert.
Und schließlich 2007 das iPhone als Katalysator für TikTok und Instagram, für Fake News und für gesellschaftliche Umwälzungen, deren Ausgang bis heute nicht abzusehen ist.
Steve Jobs ist seinem Mantra mehr als gerecht geworden: „Die Menschen, die verrückt genug sind, zu glauben, sie könnten die Welt verändern … sind genau diejenigen, die es tun.“ Die Geschichte seiner Firma liest sich wie eine Mischung aus Krimi und griechischer Tragödie.
1976 bis 1986: Der Urknall und der Königsmord
Gerade einmal 1.300 Dollar kratzen Jobs und Wozniak durch den Verkauf eines VW-Bus und eines Taschenrechners als Startkapital zusammen. Den Namen Apple wählt Steve Jobs nach dem Besuch einer Obstplantage. Er findet, dass der Name „lustig, lebhaft und nicht einschüchternd“ klingt – und dass er dem damals noch furchteinflößenden Wort Computer „die Schärfe nimmt“.
Mit dem Apple II, dem ersten Heimcomputer mit Farbgrafik, verwandeln sie klobige Technik in ein freundliches Haushaltsgerät. Das Design einer Küchenmaschine dient als Inspiration.
Während in den Kellern der Konzerne Großrechner stehen, verkauft Jobs der Welt „einen Computer für den Rest von uns“. Doch das eigentliche Monument dieser Dekade ist 1984 der Macintosh. Jobs will ein „Fahrrad für unsere Gedanken“ bauen.
Der Mac definiert alles, was Computer bis heute ausmacht: Fenster, Menüs, Maus.
Doch Steve Jobs wird zum Opfer seiner eigenen Schöpfung. Der Erfolg wächst ihm über den Kopf, er holt John Sculley von Pepsi als erfahrenen Konzernchef.
Der Mann mit dem „Zuckerwasser“, wie Jobs spottet, entmachtet ihn 1985 handstreichartig. Der Gründer muss gehen, fühlt sich „verraten und im Stich gelassen“. Es ist das Ende der Unschuld bei Apple.
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das? Foto: Apple

