3.499 Euro für einen Monitor? Das klingt ehrlich gesagt ziemlich bekloppt.
Aber wir bei iTopnews wollten wissen: Ist Apples neues Studio Display XDR wirklich so gut, dass man diesen Preis rechtfertigen kann? Also haben wir es ausprobiert.
Unser Hauptargument für den Kauf (mit eigenem Geld!) war schnell gefunden. Die Kombination aus 27 Zoll, 5K-Auflösung, 120 Hertz und perfekter Abstimmung auf den Mac gibt es derzeit schlicht nirgendwo sonst. Und genau diese Mischung merkt man im Alltag jederzeit.
Der erste Eindruck – leider kein Apple-Moment
Fangen wir mit dem Auspacken an. Und da müssen wir leider gleich etwas meckern. Apple ist eigentlich berühmt für seine großartigen Unboxing-Erlebnisse. Doch beim Studio Display XDR ist davon erstaunlich wenig übrig geblieben.
Wer den Karton öffnet, schaut auf ein kompliziertes Pappe-Origami aus recyceltem Material. Natürlich alles ökologisch vorbildlich. Aber ehrlich gesagt: Es ist eher ein Puzzle als eine Verpackung.
Wer es schafft, dieses Konstrukt später wieder exakt zusammenzusetzen, vielleicht für eine Rücksendung, hätte von Apple eigentlich ein MacBook Neo als Preis verdient. Wir haben den Wirrwarr-Karton (siehe Foto oben) jedenfalls direkt entsorgt. Danach war unsere Papiertonne halb voll.
Ein echtes Schmuckstück auf dem Schreibtisch
Ist der Bildschirm erst einmal aufgestellt, verfliegt der Ärger sofort. Das Studio Display XDR ist schlicht ein bildschönes Stück Technik.
Das XDR besteht aus massivem Aluminium, alles ist perfekt verarbeitet. Die Lüftungsschlitze oben, der elegante Standfuß und die butterweiche Höhen- und Neigungsverstellung – man kann das Display tatsächlich mit dem kleinen Finger bewegen.
Tschüss, Plaste und Elaste!
Dagegen wirkt unser alter LG Ultrafine 5K von 2019 wie ein Plastikbomber, der bei jeder Bewegung knarzt und ächzt. Das XDR sieht sogar dann gut aus, wenn es ausgeschaltet ist. Einziger Wermutstropfen: Die Kanten des Ständers sind erstaunlich scharfkantig. Wir haben uns zwar nicht geschnitten, aber man sollte die Finger mit Bedacht bewegen.
5K-Schärfe, unglaubliche Helligkeit – und endlich 120 Hertz
Die 5K-Schärfe kennen wir grundsätzlich schon vom LG. Mit 218 Pixeln pro Zoll ist das Bild extrem fein und gestochen scharf.
Doch beim Studio Display XDR – bei uns ohne Nanotextur-Beschichtung – wirken Farben noch deutlich satter, und die Helligkeit ist spektakulär. Bis zu 2.000 Nits sind möglich – das ist so hell, dass es fast blendet. Wir haben es noch nicht ausprobiert, aber vermutlich könnte man damit sogar draußen in der Sonne arbeiten.
Das eigentliche Highlight sind für uns aber die 120 Hertz. Am MacBook Air M4 fühlt sich plötzlich alles unfassbar flüssig an. Webseiten scrollen butterweich, Fenster gleiten über den Bildschirm – und man ertappt sich dabei, einfach in Safari rauf und runter zu scrollen, weil es so schön aussieht.
Überraschend guter Sound und Kamera
Auch bei den Details liefert Apple ab. Die eingebaute Kamera ist für Zoom-Meetings erstaunlich gut, deutlich besser als viele Laptop-Webcams.
Der Klang der sechs integrierten Lautsprecher überrascht ebenfalls: kräftig, mit spürbarem Bass und mehr Volumen als bei jedem iPhone. Für Musik oder Videos braucht man eigentlich keine externen Boxen mehr.
Und natürlich ist alles perfekt mit macOS verzahnt. Jede Einstellung sitzt da, wo man sie erwartet.
Allerdings bedeutet das auch: Das Studio Display XDR ist kein Universalmonitor für beliebige Rechner. Es ist eindeutig für den Mac gemacht – und dort funktioniert es am besten.
Teuer, ja – aber jeden Tag ein Vergnügen
Am Ende bleibt die Preisfrage. 3.499 Euro sind brutal viel Geld für einen Monitor. Und im Vergleich zur Konkurrenz ist das Studio Display XDR fast schon absurd teuer.
Aber wer jeden Tag viele Stunden davor sitzt, wer damit arbeitet und vielleicht sogar (wie wir) sein Geld damit verdient, wird daran enorme Freude haben.
Unser alter LG Ultrafine hat sieben Jahre treu durchgehalten. Wenn das Studio Display XDR eine ähnliche Lebensdauer erreicht, relativiert sich der Preis zumindest ein wenig.
Kurz gesagt: sauteuer – aber auch saugut.
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das? KI-Fotos, Fotos: Jörg Heinrich / iTopnews





