Die Plattform Annas Archive steht erneut im Zentrum einer Kontroverse um illegale Musikverbreitung.
Deren Betreiber teilen nach Angaben aus dem Netz große Mengen digitaler Musikdateien, darunter Millionen von Titeln, die ursprünglich bei Streamingdiensten wie Spotify verfügbar sind. Es soll sich um 6 Terrabyte Dateien mit 2,8 Millionen Songs von Spotify handeln.
Diese Praxis löst eine erneute Debatte über Musikpiraterie im digitalen Zeitalter aus. Seit 26. Januar ist Annas Archive die Verbreitung eigentlich gerichtlich untersagt. Die Betreiber ignorieren diese Anordnung aber.
Was ist Annas Archive und wie funktioniert der Dienst?
Annas Archive ist ein digitales Projekt, das große Mengen von Daten sammelt und öffentlich zugänglich macht. Ursprünglich gestartet, um historische und seltene Inhalte zu bewahren, hat die Seite inzwischen auch moderne digitale Werke verfügbar gemacht, einschließlich Musikdateien, die nicht von den Rechteinhabern zur freien Nutzung freigegeben wurden.
Viele dieser Dateien stammen aus Streamingdiensten, die ursprünglich nur zur lizenzpflichtigen Wiedergabe vorgesehen sind. Die Sammlung wird über Mirror-Server im Netz verbreitet.
Reaktion der Musikindustrie harsch
Vertreter der Musikbranche und Rechteverwerter haben den Fund kritisiert und darauf hingewiesen, dass solche Sammlungen klar gegen bestehende Urheberrechtsgesetze verstoßen. Sie argumentieren, dass selbst wenn die Inhalte über technische Wege nutzbar gemacht werden, die Rechte Komponisten, Produzenten und Labels eindeutig verletzt werden.
Streamingdienste wie Spotify, Apple Music oder Deezer lizenzieren Musik für zahlende Abonnenten, um sicherzustellen, dass Urheber für Nutzung und Verwertung vergütet werden.
Juristische Grauzone mit Kopien außerhalb regulierter Angebote
Die Betreiber von Annas Archive berufen sich teils auf Prinzipien der freien Zugänglichkeit von Informationen und kulturellen Werken. Kritiker entgegnen jedoch, dass dieser Ansatz bei modernen, urheberrechtlich geschützten Inhalten nicht haltbar sei.
Technisch gesehen handelt es sich bei den angebotenen Dateien vielfach um Kopien, die aus Streamingdata extrahiert wurden und nun außerhalb der regulierten Angebote öffentlich verfügbar sind. Solche Situationen schaffen eine juristische Grauzone, in der Anbieter, Nutzer und Plattformbetreiber unterschiedlichste rechtliche Risiken eingehen.
Das sind die Folgen für euch als Nutzer
Für Nutzer kann das Abrufen von Musik aus solchen Sammlungen ebenfalls rechtliche Konsequenzen haben, da es in vielen Ländern als unerlaubte Verbreitung oder Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke gilt.
Die Diskussion um Annas Archive dürfte nicht kurzfristig abebben. Rechteverwerter prüfen regelmäßig, inwieweit gegen solche Archive vorgegangen werden kann, während Befürworter einer freien Kulturevolution auf die Notwendigkeit eines offenen Zugangs zu Informationen und Werken bestehen.
Für euch als Nutzer bedeutet das: Bewusst entscheiden, wie und wo ihr digitale Medien bezieht, um rechtliche und ethische Probleme zu vermeiden und die Arbeit der Urheber zu respektieren.
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