Apple und Google haben auf Druck der britischen Competition and Markets Authority (CMA) reagiert.
Beide Firmen legten ein Paket von Zusagen vor, mit dem sie ihre App Store Praktiken im Vereinigten Königreich anpassen. Als Hintergrund gilt die Einstufung beider Unternehmen als marktbeherrschende Unternehmen im Smartphone-Bereich, was den Regulierungsbehörden erweiterte Eingriffsmöglichkeiten verleiht und Wettbewerbssorgen adressieren soll. 
Wozu sich Apple und Google verpflichten
Kernpunkt der Vereinbarungen ist die Verpflichtung, App-Reviews fair, transparent und objektiv durchzuführen. Apple und Google wollen künftig sicherstellen, dass Anwendungen nicht systematisch benachteiligt werden, etwa durch Bevorzugung eigener Dienste gegenüber Konkurrenzangeboten.
Zudem sollen Entwickler einen besseren Zugang zu Systemfunktionen erhalten, um konkurrierende Produkte wie digitale Wallets oder Übersetzungsdienste zu entwickeln.
Die Unternehmen verpflichten sich außerdem, App-Ranking-Methoden offener zu gestalten und strengere Datenschutz- und Datensicherheitsmaßnahmen bei Entwickler-Daten einzuhalten. 
So überwachen die Behörden die Maßnahmen
Die CMA hat angekündigt, die Einhaltung der Zusagen eng zu überwachen, unter anderem durch das Sammeln von Daten über Anzahl genehmigter sowie abgelehnter Apps, die Bearbeitungszeiten von Reviews und Beschwerden von Entwicklern. Die regulatorische Beobachtung wird voraussichtlich ab April 2026 beginnen.
Sollte Apple oder Google die Verpflichtungen nicht erfüllen, behält sich die CMA vor, bindende Regeln und Sanktionen durchzusetzen.
Briten orientieren sich am Digital Markets Act
Die Maßnahmen sind Teil eines neuen britischen digitalen Wettbewerbsgesetzes, das Ähnlichkeiten zur europäischen Digital Markets Act (DMA) aufweist und stärker auf Kooperation statt auf sofortige Zwangsmaßnahmen setzt.
Im Vergleich dazu hat die EU bereits hohe Geldbußen gegen Apple verhängt, etwa eine Strafe von 500 Mio. Euro wegen Verstößen gegen den DMA. Die britische Herangehensweise erlaubt vorerst freiwillige Zusagen, behält aber formelle Regulierungsoptionen für spätere Schritte bei. 
Streit um 30-Prozent-Provision vorerst noch ausgeklammert
Apple und Google begrüßten die Vereinbarungen und betonten, dass sie weiterhin in wettbewerbsorientierte Praktiken investieren wollen. Kritiker sehen die Zusagen jedoch als ersten, noch nicht endgültigen Schritt, da zentrale Fragen wie etwa die App-Store-Provisionen von bis zu 30 % bislang nicht adressiert wurden.
Die weitere Entwicklung und mögliche spätere Nachschärfungen der Regeln bleiben daher vorerst offen. 
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