Sicherheit im App Store ist Apples liebstes Argument für hohe Gebühren.
Ein neuer Bericht des Tech Transparency Project (TTP) bringt Apple und Google nun in Erklärungsnot.
Sogenannte „Nudify“-Apps, die mithilfe von KI Kleidung auf Fotos entfernen oder Gesichter auf nackte Körper montieren, sind in beiden Stores demnach weit verbreitet.
Trotz angeblich strenger Kontrollen lassen sich diese Anwendungen oft durch einfache Suchbegriffe wie „undress“ finden.
Apple und Google verdienen an jedem Download mit
Die Zahlen des Berichts sind alarmierend: Die untersuchten Apps wurden weltweit über 705 Millionen Mal heruntergeladen und generierten rund 117 Millionen Dollar Umsatz.
Da Apple bei In-App-Käufen eine Provision von bis zu 30 Prozent einbehält, profitiert der Konzern finanziell direkt von Inhalten, die gegen die eigenen Richtlinien verstoßen. Gleiches gilt für Konkurrent Google.
Jugendschutz und Richtlinien ausgehebelt
Besonders brisant für die Sicherheit im Apple-Ökosystem: Eine der identifizierten Apps war für Kinder ab 9 Jahren freigegeben.
Report claims App Store hosts widespread nonconsensual AI undressing apps https://t.co/bCqGHKGxob
— 9to5Mac (@9to5mac) January 27, 2026
In Praxistests konnten die Forscher Schutzfilter leicht umgehen. Während einfache Anfragen blockiert wurden, führten leicht abgewandelte Befehle zum Erfolg – die KI generierte die gewünschten nackten Bilder trotz Warnsystemen.
Ein Schlag gegen das Sicherheitsversprechen
Für Apple ist dieser Report überaus unerfreulich. In Kartellrechtsstreits betont das Unternehmen immer wieder, dass der „Walled Garden“ und die hohen Gebühren notwendig seien, um Nutzer vor Missbrauch zu schützen.
Der TTP-Bericht legt jedoch nahe, dass die manuelle und automatisierte Prüfung bei der aktuellen Flut an KI-Apps massiv versagt.
Update: Die Reaktion von Apple
Apple hat uns heute Mittag dazu ein Statement zukommen lassen, das wir hier in deutscher Übersetzung wörtlich wiedergeben.
- Der App Store wurde als sicherer und vertrauenswürdiger Ort für Nutzer zum Herunterladen von Apps konzipiert, und unser App-Prüfungsteam arbeitet rund um die Uhr daran, dass dies auch so bleibt.
- Wir wenden unsere App-Prüfungsrichtlinien konsequent auf alle Entwickler an. Diese Richtlinien verbieten ausdrücklich offen sexuelle oder pornografische Inhalte und verlangen von den Entwicklern, dass sie über eine Methode zum Filtern anstößiger, von Nutzern generierter Inhalte verfügen.
- Wenn wir Fälle feststellen, in denen ein Entwickler gegen unsere Regeln verstößt, benachrichtigen wir den Entwickler über das Problem und arbeiten mit ihm zusammen, um es schnell zu beheben – was im besten Interesse der Nutzer ist, die die App bereits auf ihr Smartphone heruntergeladen haben. Wir weisen den Entwickler darauf hin, dass die Nichtbehebung von Verstößen innerhalb einer angemessenen Frist zur Entfernung der App aus dem App Store führen kann.
- Wenn dem Team Beschwerden von Nutzern gemeldet werden, untersuchen wir diese umgehend und ergreifen Maßnahmen, um sie gemeinsam mit dem Entwickler zu klären.
- In diesem Fall haben wir 28 Apps entfernt, die das Tech Transparency Project in seinem Bericht identifiziert hat. Bei anderen haben wir die Entwickler kontaktiert, um sie auf Verstöße gegen die Richtlinien hinzuweisen, die umgehend behoben werden müssen, da sonst die Gefahr besteht, dass die Apps aus dem Store entfernt werden.
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das? KI-Foto: Jörg Heinrich / iTopnews

