Der Swipe-Daumen bestimmt, was wir sehen – bald auch beim Streaming-Giganten.
Netflix baut seine mobile App deutlich um und orientiert sich stärker am TikTok-Prinzip: kurze Hochkant-Clips, die sich per Wischgeste endlos durchscrollen lassen.
Serien und Filme werden damit nicht mehr nur über Cover und Beschreibungen entdeckt, sondern über Video-Snippets, die neugierig machen sollen – oder eben nur kurz ablenken.
Zwischen Trailer und Reizüberflutung
Erste Tests laufen bereits, der weltweite Rollout soll noch 2026 starten. Besonders auf dem iPhone will Netflix so schneller Aufmerksamkeit erzeugen und Nutzer länger in der App halten.
Die vertikalen Videos zeigen Ausschnitte aus Serien, Filmen oder Comedy-Formaten. Ein Tap genügt, um direkt zur passenden Produktion zu springen.
Das erinnert stark an soziale Netzwerke – inklusive algorithmischer Auswahl.
Cover your eyes: Netflix vertical video is coming this year https://t.co/mLMHEfCgNs by @benlovejoy
— 9to5Mac (@9to5mac) January 21, 2026
Mehr Swipe, weniger Ruhe
Kritiker sehen die Gefahr, dass das klassische Stöbern verloren geht. Serien werden nicht mehr entdeckt, sondern „weggewischt“. Gerade lange Filme und ruhige Erzählformen passen nur bedingt in dieses Tempo.
Gen-Z-Logik statt Kino-Gefühl
Netflix zielt klar auf jüngere Nutzer, die mit TikTok aufgewachsen sind. Die Frage ist, ob ein Streamingdienst dafür sein Erscheinungsbild opfern muss – oder ob hier zwei Welten unnötig vermischt werden.
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das? KI-Foto: Jörg Heinrich / iTopnews

