Ein unsichtbarer Zähler macht aus Dauerläufern plötzlich Kranke.
Wenn ein Mac mit macOS Tahoe 49 Tage, 17 Stunden und knapp 3 Minuten ohne Neustart läuft, kann das Netz nach Erkenntnis der Experten von Photon plötzlich kippen.
Der kuriose Fehler steckt tief im TCP-System des XNU-Kernels. Neue Verbindungen lassen sich dann nicht mehr aufbauen, obwohl bestehende oft weiterlaufen. Selbst Ping funktioniert teils noch – genau das macht den Defekt so tückisch.
Der Auslöser
Auslöser ist laut den Entdeckern ein 32-Bit-Millisekundenzähler, der nach 49,71 Tagen überläuft. Eigentlich sollte er dann wieder bei null starten. Eine neuere Schutzfunktion verhindert das aber offenbar: Der interne TCP-Takt friert ein.
Warum das Netz stirbt
Die Folge: Verbindungen im Zustand TIME\_WAIT werden nicht mehr sauber gelöscht. Sie bleiben reserviert, freie Ports werden knapp, neue TCP-Verbindungen scheitern. Stunden später kann das Netzwerk weitgehend lahmgelegt sein.
macOS has a 49.7-day networking time bomb built in that only a reboot fixes — comparison operation on unreliable time value stops machines dead in their tracks https://t.co/K1fP6BNlF5
— Tom’s Hardware (@tomshardware) April 7, 2026
Der Beweis
Die Entwickler bemerkten das Problem bei Test-Macs für ihren iMessage-Dienst. In einem Live-Versuch zeigte sich: Vor dem kritischen Zeitpunkt verschwanden TIME\_WAIT-Einträge nach rund 30 Sekunden, danach stiegen sie nur noch an.
Was hilft
Im Alltag trifft das wohl vor allem Macs mit sehr langer Laufzeit, etwa Server, Build-Maschinen oder Mac-mini-Farmen. Der einfachste Fix ist bislang ein Neustart. Eine Übergangslösung ohne Reboot soll in Arbeit sein.
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