In den letzten zwei Jahren war es wirklich nicht leicht, Sonos-Fan zu sein.
Seit dem Roam 2 im Mai 2024 herrschte beim US-Audiospezialisten Funkstille an der Hardware-Front – zumindest, was neue Speaker zum Musikhören angeht.
Der Grund war so offensichtlich wie schmerzhaft: Das Software-Tohuwabohu rund um die neue App hat das Vertrauen vieler Nutzer massiv erschüttert.
Vielleicht ging es Euch auch so: Speaker, die nicht mehr reagierten, oder ein Setup, das plötzlich instabil lief. Sonos hat das erkannt, Köpfe rollen lassen und die App komplett auf links gedreht.
Hardware-Chef Jeff Derderian ist jetzt überzeugt: „Unser Ziel war es, die App auf den alten Stand von Leistung und Zuverlässigkeit zu bringen. An dem Punkt sind wir jetzt.“
Es läuft wieder stabil(er)
In unserem iTopnews-Büro, wo wir ein recht „wildes“ Setup mit vier Sonos One, Arc Ultra, Sub, Amp, Connect und mehr betreiben, können wir vorsichtig Entwarnung geben: Es läuft, abgesehen von gelegentlichem Schluckauf, wieder stabil. Wir würden dem System aktuell eine ordentliche Note 2 geben.
Und sind wir mal ehrlich: Es gibt immer noch keine echte/bezahlbare Alternative, wenn Ihr mehrere Räume komfortabel vernetzen und beschallen wollt.
Genau in diese Phase des Comebacks platzt jetzt der neue Sonos Play, den wir im Stereo-Setup in den letzten Tagen ausführlich getestet haben.
Die goldene Mitte: Weder zu dünn noch zu wuchtig
Bisher hattet Ihr bei mobilen Sonos-Speakern die Wahl zwischen „etwas dünn“ (Roam/Roam 2) und „ganz schön schwer“ (Move/Move 2). Der Move 2 ist für uns mit drei Kilo und 499 Euro für den schnellen Ausflug in den Park zu viel des Guten, zu wuchtig, zu teuer.
Hier schließt der Sonos Play mit 1,3 Kilo und 349 Euro die Lücke. Es ist genau die Größe, die wir uns gewünscht haben: Handlich genug zum Mitnehmen, aber potent genug für das heimische Wohnzimmer.
Bitte nachmachen, Apple!
Besonders spannend für uns Apple-Nutzer: Der Play beherrscht Bluetooth und WiFi gleichzeitig. Er lässt sich sogar per Bluetooth (oder WiFi) zu einem Stereopaar verbinden.
Das ist ein Feature, das wir uns so sehr auch von Apple wünschen würden. Hier sind HomePod und HomePod mini leider immer noch ans Wohnzimmer, ans WiFi und an die Steckdose gefesselt.
Unboxing-Erlebnis auf Apple-Niveau
Schon beim Auspacken merkt Ihr: Design, Material, Qualität und Verpackung – das ist alles exzellent und muss sich nicht hinter Apple verstecken.
Die Kartons und Verpackungen bestehen aus zertifiziertem Recycling-Papier. Das fühlt sich alles sehr angenehm an und lässt sich gut auspacken – im Gegensatz zu unseren etwas kuriosen Erfahrungen unlängst beim Apple Studio Display XDR.
Was uns im Test sofort aufgefallen ist
- Das Design: Die Haptik des leicht elliptisch geformten Lautsprechers ist exzellent. Sonos nutzt am Dock einen griffigen, gummiartigen Rahmen, dessen Material sich auch auf der Oberseite und Rückseite des Speakers wiederfindet. Das sorgt dafür, dass Euch der Play nicht aus der Hand rutscht.
- Farbakzente: Die lindgrünen Details am Boden, im Inneren des Docks und am Griff sehen edel aus. Es ist ein moderner Akzent, ohne „bunt“ zu wirken.
- Die Schlaufen: Die drehbaren Gummischlaufen sind robust und vertrauenserweckend. Wenn der Speaker im Regal steht, seht Ihr sie gar nicht.
Das Setup: In 15 Minuten zum Stereo-Sound
Wir haben im Test zwei Play-Speaker als Stereo-Paar eingerichtet. Sobald Ihr sie auf die mitgelieferten Ladestationen stellt, begrüßen Euch die Speaker mit sphärischen Klängen und einer grün blinkenden LED.
Die Sonos-App erkennt die Neuzugänge sofort. „Fügen wir Play Deinem System hinzu“ – ein Klick, kurze Updates, Stereo-Kopplung, fertig. Nach knapp 15 Minuten stand unser Setup. Das ist ein ordentlicher Wert und zeigt, dass zumindest bei der Installation die App-Hausaufgaben gemacht wurden.
Wie klingt der „Neue“?
Hardware konnte Sonos schon immer. Im Inneren arbeiten drei digitale Verstärker (Klasse H). Zwei abgewinkelte Hochtöner sorgen für die Stereo-Trennung und ein Mitteltöner für die optimale Stimm-Wiedergabe.
Unser Höreindruck: Der Play spielt klanglich zumindest auf Augenhöhe mit dem Era 100, hat aber dank zweier passiver Bassradiatoren untenrum besonders viel Wumms. In unserem Stereo-Setup füllen die beiden Speaker mühelos einen großen Raum – oder eben die nächste Gartenparty. Dank IP67-Zertifizierung müsst Ihr Euch auch vor Staub oder einem Regenschauer nicht fürchten.
Ein Highlight für die Langlebigkeit: Der Akku ist auswechselbar. Das finden wir in der heutigen Zeit ein extrem wichtiges Signal. Mit 24 Stunden Laufzeit laut Hersteller kommt Ihr durch das ganze Wochenende. Und wenn Eurem iPhone als Zuspieler der Saft ausgeht? Der Play dient per USB-C auch als Powerbank. Praktisch!
Fazit: Ist Sonos wieder da?
Der Play ist das Gerät, das dem Line-up von Sonos gefehlt hat. Er ist flexibel, klingt hervorragend und fühlt sich hochwertig an. Zusammen mit dem neuen Era 100 SL (199 Euro, ohne Mikrofone für alle, die kein neugieriges „Mithören“ wollen) zeigt Sonos, dass sie die Krise hinter sich lassen wollen.
Ob das tatsächlich der Fall ist, müssen weitere Erfahrungen mit dem Play und mit den bestehenden Systemen zeigen. Die Idee mit dem neuen Hybrid-Speaker als perfekte Mitte zwischen dem Roam 2 und dem Move 2 ist jedenfalls hervorragend, ebenso wie unsere ersten Erfahrungen. Sonos ist wieder da? Es spricht zumindest vieles dafür.
Ab sofort vorbestellbar
Der Sonos Play ist ab 31. März 2026 für 349 Euro zu haben. Ab sofort ist der Play bei Amazon vorbestellbar.
Die beiden Speaker wurden uns zum Testen von Sonos zur Verfügung gestellt – was unser iTopnews-Urteil aber wie gehabt in keinster Weise beeinflusst.
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das? Fotos: iTopnews/Sonos





