Die eingeführte Werbung in Amazon Prime Video hat in Deutschland eine beispiellose Verbraucherreaktion ausgelöst.
Seit der Änderung, bei der auch zahlende Kunden erstmals Werbeeinblendungen im Streamingdienst sehen, wächst der Unmut – und mit ihm eine Sammelklage vor den deutschen Zivilgerichten.
Nach Angaben der Initiatoren der Verbraucherzentrale Sachsen haben sich mehr als 200.000 Betroffene zusammengeschlossen, um gegen Amazon vorzugehen. Die Beteiligung an der Klage ist rekordverdächtig für Deutschland.
„Ohne entsprechende Grundlage Werbung eingeführt“
Die Kläger kritisieren, dass Prime Video ohne entsprechende vertragliche Grundlage Werbung in einen zuvor als werbefrei vermarkteten Service eingeführt habe.
Viele sehen darin einen Verstoß gegen die ursprünglichen Vertragsbedingungen, die Amazon beim Abschluss des Abonnements kommuniziert hatte.
Was die Richter zu dem Fall erklären
Auslöser für die Sammelklage war unter anderem eine Entscheidung des Oberlandesgerichts (OLG) Köln, die Amazon in einem vorausgegangenen Einzelfall dazu veranlasst hat, die Werbeeinblendungen auszusetzen.
Die Richter kamen zu dem Schluss, dass bestimmte Klauseln im Nutzervertrag unwirksam sein könnten, weil sie keine ausreichende Zustimmung der Nutzer zur Werbung enthalten.
Amazon hat Rechtsmittel eingelegt
Gegen diese Entscheidung hat Amazon Rechtsmittel eingelegt, wodurch der Fall nun vor höheren Instanzen weitergeht.
Im Zusammenhang mit dem Sammelverfahren sind zusätzliche Klagen eingegangen. Die Reaktion der Konsumentinnen und Konsumenten auf die Werbung in Prime Video birgt für Amazon auch markenstrategische Risiken.
So schließt ihr euch der Klage an
Noch immer können sich Interessierte der Klage anschließen.
Prime Video war bislang als Teil des Prime-Ökosystems stark mit dem Versprechen verbunden, neben schnellen Lieferungen auf Amazon-Plattformen auch ein werbefreies Streamingerlebnis zu bieten. Die Einführung von Werbung steht im Widerspruch zu diesem Versprechen und hat zum Vertrauensverlust bei vielen Abonnenten geführt.
Marke Prime Video könnte in Deutschland beschädigt werden
Die negative Wahrnehmung könnte der Marke Prime Video dauerhaft schaden. Die Sammelklage wird von mehreren Verbraucherrechtsorganisationen unterstützt, die in der Entwicklung eine Signalwirkung für digitale Abo-Dienste sehen. Sie argumentieren, dass Änderungen von Leistungsumfang oder grundlegenden Eigenschaften eines Vertragsprodukts klar und transparent kommuniziert werden müssen.
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