Der Europäische Gerichtshof klärt zurzeit, ob Geoblocker in Zeiten von VPN noch Streaming-Lizenzen schützen.
Wir alle kennen es: Viele Sportübertragungen, Preisverleihungen, Filme und Serien sind nicht von jedem Land aus zu empfangen. Die Lizenzrechte werden häufig nach Ländern und Regionen gestückelt.
Reicht Geoblocking in Zeiten von VPNs?
Um Inhalte, die eigentlich nicht in Deutschland erhältlich sind, dennoch streamen zu können, nutzen viele einen VPN. Man loggt sich digital in einen Server im Ausland ein und gaukelt dem Streamingdienst vor, man sei in den USA, der Türkei oder sonst wo auf der Welt. Schon kann man die dort verfügbaren Inhalte anschauen.

Mittlerweile werben die VPN-Dienste offensiv mit dieser relativ einfachen Methode die Lizenzrechte zu umgehen. Die Zahl der Nutzer, die einen VPN installiert haben, steigt. Somit werden Geoblocker immer weiter ausgehebelt und die Rechtevergeber können sich auf die korrekte Lizenzverteilung nicht mehr verlassen.
Anne-Frank-Erben reichten Klage ein – Netflix & Co. zittern
Der Anne-Frank-Fonds hat in den Niederlanden Klage eingereicht, weil eine wissenschaftliche Edition der Tagebücher zwar inzwischen lizenzfrei, in den Niederlanden aber noch bis 2037 geschützt ist. Der Fonds ist der Auffassung, dass Geoblocking allein die Lizenzen nicht ausreichend schützt. Der Fall ging 2024 an den EuGH weiter, wie die Wirtschaftswoche berichtet.
Würde der Europäische Gerichtshof zu dem Schluss kommen, dass Geoblocker keine ausreichende Schutzfunktion haben, müssten Lizenzen immer EU-weit vergeben werden, was für Netflix, Amazon, Disney, Apple & Co. richtig teuer werden kann und sich eventuell nicht lohnt. Alle Augen sind jetzt auf Luxemburg gerichtet, eine Entscheidung wird im Juni erwartet.
Hinweis: Artikel enthält Affiliate-Links. Was ist das? Bild: Pure VPN


