HomePod: Klangqualität auf dem Prüfstand, Zweifel an Consumer Reports

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Es wird erstmals eher negativ über die Tonqualität des HomePods berichtet.

Sein Sound ist definitiv das wichtigste Merkmal des neuen Apple-Lautsprechers. Kurz nach dem Erscheinen des Lautsprechers fallen die Kritiken dahingehend meistens gut aus. Es gibt aber auch negative Stimmen. Und diese sind aus unserer Sicht von höchst zweifelhafter Natur.

Allein auf weiter Flur: Consumer Reports nörgelt

Consumer Reports ist die größte Verbraucherorganisation der Welt. In den USA kommt ihren Testergebnissen in etwa der gleiche Stellenwert zu wie der Stiftung Warentest in Deutschland (staatlich finanziert, Testmethoden immer wieder umstritten…).

In ihrem ersten Test des HomePod erlangte dieser eher ein mittelprächtiges Ergebnis. Der Bassbereich sei überbetont und die Mitten schwammig. Feinheiten bei Gesang, Gitarren und Bläsern gehen so verloren. Auch die Höhen scheinen teilweise unterbetont, worunter besonders Instrumente wie Becken leiden.

Im Klassenvergleich noch kein Testsieger

Zwar sei der Klang des HomePods deutlich besser als der von günstigen Smartspeakern wie Amazons Echo und Googles Home, aber der Klang des Sonos One und Google Home Max ist etwas besser. Im Vergleich zu anderen drahtlosen Lautsprechern wie dem Edifier S1000DB (hier bei Amazon ansehen) bescheinigt die Verbraucherschutzorganisation dem HomePod sogar eine signifikant schlechtere Klangqualität. Und steht damit allein auf weiter Flur.

Audiophiler Redditnutzer mit fehlerhaftem Test

In keinem Bereich gibt es so viele Liebhaber, die sich detailverliebt und subjektiv mit Technik beschäftigen wie bei hochwertigem Audio-Equipment. Audiophile Enthusiasten schlagen bei ihren Tests daher leider oftmals über die Stränge jeglicher Logik. So wird von einigen Audioesoterikern ernsthaft die Klangqualität bei digitaler Übertragung über USB-Kabel getestet und von den positiven Effekten des Auflegens eines Backsteins auf CD- Player schon berichtet.

Nun hat ein audiophiler Reddit-Nutzer den HomePod ausführlich und aufwendig getestet. Zu seinem außerordentlichen Erstaunen kam er bei seinen Messungen zu derart guten Ergebnissen, dass er den Test gleich zweimal durchführte, denn das erste Ergebnis konnte unmöglich wahr sein. Aber auch seiner zweiten Überprüfung zufolge ist der HomePod ein Lautsprecher, der einhundertprozentig den Ansprüchen audiophiler Liebhaber genügt.

Allerdings hat sein Testergebnis einen gewaltigen Haken: Der HomePod bietet überhaupt nicht die Grundvoraussetzung für einen Test, wie er ihn vorgenommen hat.

Klanganpassung des HomePods macht einige Messungen unmöglich

Denn der HomePod ist ein Lautsprecher für Konsumenten. Er dient dem Zweck, dem Hörer ein möglichst beeindruckendes und zufriedenstellendes Ergebnis zu liefern. Dafür wird jedes Tonsignal, das der HomePod abspielt, generell entzerrt, um an die Gegebenheiten des Raums angeglichen zu werden, sondern es wird jeder Song permanent einzeln über den DSP bearbeitet und von Apple optimiert.

Streng genommen wird jedes Eingangssignal durch den HomePod also somit vorab klanglich von Apple angepasst. US-Blogger Kirk McElharn kritisiert in seinem Blog deshalb auch die Messung auf Reddit und erklärt, warum eine professionelle Messung des HomePods wegen der automatischen Klanganpassung sowieso nicht möglich ist.

Ob sich Audioesoteriker allerdings von Logik beeindrucken lassen, ist unwahrscheinlich. Wir hingegen warten erst mal ab und freuen uns auf das hoffentlich baldige Erscheinen des HomePods in Deutschland, um ihn persönlich testen zu können. Und glauben bis dahin, dass die im Dutzend erschienenen Hörtests, die dem HomePod einen hervorragenden Klang bescheinigen, eher der Wahrheit entsprechen….

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