Paradise Papers bringen vor allem Facebook und Twitter in Bedrängnis

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Nach über einem Jahr Recherche wurden gestern die sogenannten Paradise Papers publik gemacht.

Mitarbeiter des internationalen Konsortiums investigativer Journalisten haben im Zuge dessen 13,4 Millionen Dokumente der in Anwaltskanzlei Appleby und der Treuhandfirma Asiaciti Trust veröffentlicht. In Deutschland wurde dies von der Süddeutschen Zeitung erledigt – die hier auch einen kompakten Überblick über die Enthüllung gibt.

Die Paradise Papers geben Einblick in Steuerpraktiken großer Konzerne und vermögender Einzelpersonen, darunter Microsoft, Ebay, Sixt, die Deutsche Bank, Königin Elisabeth II., der russische Oligarch Juri Milner, Facebook, Twitter – und auch Apple.

Während bei Unternehmen wie Nike durch die Dokumente offenbar wird, wie die Firmen durch ein Netzwerk an Briefkastenfirmen auf den Bermudas und auch in den Niederlanden Milliarden an Steuern einsparten, gibt es bei Apple keine konkreten Informationen über Steuerhinterziehungspraktiken.

Was den Journalisten aber vorliegt, ist eine angbliche Mail-Anfrage an Appleby, die Drahtzieher hinter den Steuertricks anderer Firmen. Diese enthält angeblich den Wunsch, so die Süddeutsche, „einen Geschäftssitz in einem Land zu finden, an dem offiziell garantiert keine Steuern anfallen“.

Damit enthält der Datensatz keine Informationen, die gegen Apples offizielle Aussage stehen, alle Steuern, die ein Gesetz verlangt, auch zu zahlen.

Diese Sätze sagte CEO Tim Cook bereits 2016, als die EU Apple zu einer Steuernachzahlung verurteilte – iTopnews.de berichtete – und er wiederholte sie auch noch einmal in einem Interview mit der FAZ im vergangenen Monat.

Facebook und Twitter erhielten offenbar große Geldmengen aus Russland

Während Apple keinerlei Handlungen nachzuweisen sind, zeigen die Paradise Papers vor allem, dass der russische Kreml den oben bereits genannten Investor Milner mit Hunderten Millionen Dollar ausstattete, um in der Gründungsphase in Facebook und Twitter zu investieren.

Die Meldung ist im Zuge der aktuellen Ermittlungen rund um den Einfluss der russischen Regierung auf die US-Wahl 2016 höchst brisant. Sie zeigt laut Ansicht der Rechercheure, dass der Aufbau von Twitter und Facebook offenbar durch Geld aus einem sich immer mehr zur Autokratie und Diktatur entwickelnden Staat finanziert wurde, der seit dem 2. Weltkrieg der größte globalpolitische Gegner der USA ist.

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