DVB-T2 HD am Mac: Noch viele Schwächen im iTopnews-Test

    6

DVB-T2 HD, das seit 29. März auf Sendung ist, liefert erstmals zeitgemäße HD-Fernsehbilder per Antenne.

Das funktioniert auf dem Fernseher – und auch auf dem Notebook. Denn von Freenet, das bei DVB-T2 die Privatsender vermarktet, kommt der erste und bisher einzige USB-TV-Stick für Mac und Windows, der auch die Privaten entschlüsseln kann. Damit sind die gesamten rund 40 Sender inklusive RTL, ProSieben & Co. ohne Internet-Datenverbrauch auch auf dem Notebook verfügbar – zumindest theoretisch.

In der Praxis zeigte der Stick, den es für 60 Euro unter anderem auf freenet.tv/geraete gibt, bei unserem iTopnews-Test aber noch erhebliche Schwächen. Weder Hard- noch Software wirken derzeit ausgereift.

Zur Nutzung ist zumindest ein Rechner mit Intels Core-i3-Prozessor nötig – ansonsten ruckelt das Bild oder droht ganz stehenzubleiben. Grund: Der Stick nutzt zumindest mit der momentanen Software nicht die Hardwarebeschleunigung der Grafikkarte, sondern überlässt die Dekodierung der Signale komplett dem Hauptprozessor. Diese altbackene Technik fordert den Rechner enorm, und saugt den Akku schnell leer. Zudem sind bisher weder Aufnahmen noch zeitversetztes Fernsehen möglich. Doch diese Funktionen will Freenet per Softwareaktualisierung nachreichen.

Gute Nachrichten dagegen: Wenn der Rechner stark genug ist, ist die HD-Bildqualität erstklassig, dann überzeugt das mobile Fernsehen. Und die Entschlüsselung der Privaten funktioniert klaglos – die Eingabe der E-Mail-Adresse und eines Passworts genügt. Allerdings spendiert Freenet für Besitzer des Sticks nur einen Gratis-Monat, danach sind auch hier 69 Euro im Jahr fürs Privatfernsehen erforderlich.

Probleme am Mac

Ziemlich mau sieht es bisher am Mac aus, auf dem sich die Software laut Freenet mit Version 0.9.1.0 ausdrücklich noch im Beta-Stadium befindet. Auf einem älteren MacBook Pro von 2010 (siehe Screenshot oben) ruckelte das Bild teilweise erheblich. Hier genügte der Intel Core 2 Duo mit 2,4 GHz offenbar nicht zum Dekodieren, und die Nvidia-Grafikkarte blieb ungenutzt.

Auf einem nagelneuen MacBook Pro (13 Zoll) hatten wir noch weniger Glück. Mangels konventioneller USB-Anschlüsse haben wir zwei verschiedene Adapter verwendet, um den Stick an den Rechner anzuschließen. Doch mit beiden Adaptern fand der Suchlauf nur rund die Hälfte der verfügbaren Sender. Und bis auf ein zeitweises kurzes Aufflackern lieferte der Freenet-Stick in dieser Konstellation kein Bild. Wir werden es jetzt noch mit Apples offiziellem Adapter „USB-C auf USB“ versuchen. Wenn’s damit besser klappt, sagen wir Euch Bescheid.

Besser noch abwarten

Fazit: Den Kauf können wir Euch derzeit allenfalls empfehlen, wenn Ihr einen leistungsstarken PC oder einen kräftigen Mac mit konventionellen USB-Anschlüssen zur Verfügung habt. Ansonsten wartet Ihr besser auf weitere Softwareupdates des Herstellers – oder auf einen anderen Stick, der ebenfalls die Privatsender entschlüsselt. Hier hoffen wir derzeit noch auf auf weitere Lösungen, ebenso wie auf eine vergleichbare Hardware für iOS.

Teile
in diesem Artikel

Anzeige

Deine Meinung ist wichtig