Test: Nintendo Switch ausprobiert

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Wir haben uns Nintendos neueste Konsole, die Switch, genauer angesehen.

Switch ausgepackt

Im Paket enthalten sind, neben der Switch plus Controllern auch das Dock, mit dem die Konsole an den Fernseher angeschlossen und geladen werden kann, ein Ladegerät und ein „Gamepad-Halter“, auf dem die beiden Kontroller aufgesteckt werden können, um ein gut verwendbares Gamepad zu bilden. Außerdem liegt ein HDMI-Kabel bei.

Das kann die Switch

Ohne die angesteckten Controller sieht das relativ dicke Tablet etwas komisch aus. Sind der rechte und linke Joycon befestigt, wird zwar noch kein Designer-Stück daraus, aber es gibt auch nichts am Aussehen auszusetzen. Als einziger Anschluss befindet sich ein USB-C-Port auf der Unterseite der Konsole. Dieser kann direkt zum Laden verwendet werden.

Über das Fernseher-Dock wird dadurch auch das Bild-Signal ausgegeben. Die Spiele werden entweder als Modul in den entsprechenden Schacht geschoben, können aber auch aus dem E-Shop heruntergeladen werden. Dann empfiehlt sich jedoch die Verwendung einer MicroSD-Karte.

Auf der Rückseite der Switch befinden sich zwei Öffnungen, durch die Luft zu dem Lüfter ins Innere dringen kann. Ein kleiner Ständer ermöglicht es auch, die Konsole auf dem Tisch aufzustellen. Das funktioniert zwar, ist jedoch alles andere als stabil.

Die Oberseite bietet den Power- und die Lautstärke-Buttons. Daneben befindet sich eine Öffnung, durch die die warme Luft nach draußen geblasen wird, ein Kopfhörer-Anschluss und der Spielekarten-Schacht.

Die Controller

Die beiden JoyCon-Controller bieten je zwei Schulter-Buttons, einen Analogstick und weitere sieben Tasten, die je nach Spiel unterschiedlich verwendet werden können. Der linke Controller hat zusätzlich einen Screenshot-Button, mit dem besondere Elemente im Spiel einfach festgehalten werden können.

Auf dem rechten JoyCon befindet sich an dieser Stelle der Home Button. Beide Controller werden kabellos verbunden und können beliebig an- und abgesteckt werden. Auf der Unterseite eines Controllers ist außerdem eine IR-Kamera angebracht.

Die Software

Nintendo setzt hier wieder einmal auf ein selbst entwickeltes Betriebssystem, das aktuell in Version 2.0 vorliegt. Gleich vorweg: Wer kein Spiel besitzt, kann mit der Konsole nur sehr wenig anfangen. Die aktuelle 3DS kommt mit einigen vorinstallierten Apps, darunter einem Web-Browser, Kamera, Musik-Player, AR-Spielen und mehr. Die Switch hingegen hat nur den E-Store, ein Album für Screenshots und eine Neuigkeiten-App.

Das Home-Menü besteht aus einer vertikalen Liste Eurer Titel. Manuelles Sortieren oder Ordnen ist zum aktuellen Zeitpunkt weder möglich noch wirklich nötig (die Auswahl der Spiele ist noch stark begrenzt). Darunter sind die System-Anwendungen aufgelistet, darüber werden die Nutzer-Verwaltung, Uhrzeit und der Akkustand angezeigt.

Die Navigation funktioniert über den Touchscreen erfreulich gut, aber es kann auch jedes Element mit den Controllern erreicht werden.

Nutzen mehrere Familienmitglieder dieselbe Konsole, kann jeder seinen eigenen Speicherstand in Spielen haben. Vor jedem Software-Start kann der aktive Nutzer ausgewählt werden. Die Daten werden dann entsprechend geladen.

Ihr könnt auch Freunde hinzufügen. Dazu benötigt Ihr einen Freunde-Code (meiner lautet SW-1396-3404-8416), ein gemeinsames Spiel oder müsst im selben Netzwerk unterwegs sein.

Die System-Anwendungen

Es kann immer nur ein Spiele-Titel laufen. Wenn Ihr von einem Titel in den anderen wechseln wollt, muss der vorher aktive Titelo beendet werden. Die System-Apps laufen jedoch parallel und können genutzt werden, ohne dass die laufenden Spiele geschlossen werden müssen.

Die Neuigkeiten-App zeigt Nachrichten von Nintendo zu Produkten, neuen Spielen, Tipps, Tricks und Ankündigungen an. Die Inhalte werden auf Deutsch übersetzt und sind oft mit Videos und Links in den eShop ausgestattet.

Der eShop wirkt aktuell noch sehr unfertig. Ihr habt die Möglichkeit, Titel zu suchen oder eine Liste mit allen Inhalten durchzuscrollen. Kategorien, Sammlungen oder ähnliches gibt es zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht. Das muss sich aber dringend ändern, wenn die Auswahl der Spiele wächst.

Jeder Titel ist mit Beschreibung, Bildern, eventuell Videos und weiteren Informationen ausgestattet. Bezahlt wird entweder per Kreditkarte oder Guthabenkarten. Eine nette Draufgabe: Der Reiter „bald erhältlich“ weist auf Titel hin, die aktuell noch in der Entwicklung sind, mit denen aber in naher Zukunft gerechnet werden kann.

Das Album beinhaltet Eure Screenshots. Diese könnt Ihr entweder löschen oder aber auf Facebook und Twitter mit anderen teilen.

Das Spielen

Die Switch kann sowohl im Handheld- als auch im Konsolen-Modus genutzt werden. Ich persönlich bevorzuge erstere Variante. Im Inneren der Konsole werkelt ein leistungsstarter Nvidia-ARM-Chip. Dieser hält zwar nicht mit PS4, Xbox One oder modernen PCs mit, bietet aber genug Leistung für herausragende Spiele-Momente. Im Handheld-Modus werdet Ihr aktuell vermutlich nichts mit vergleichbarer Leistung finden.

Im Konsolen-Modus macht sich die fehlende Rechenleistung zwar bemerkbar, sie ist aber kein Spaß-Killer. Um den Chip zu kühlen, ist ein kleiner Lüfter verbaut, der meist jedoch kaum bis gar nicht zu hören ist.

Die richtigen Titel können durchaus beeindrucken. Der neueste Legend-of-Zelda-Titel konnte mit der liebevollen Comic-Grafik, atemberaubender Weitsicht und gelungenen Grafik-Effekten nicht nur mich überzeugen.

Das Zubehör

Erst ein paar Worte zum Dock: Dieses ist denkbar simpel gehalten – Kabel einstecken, Switch rein und fertig. Manche Nutzer beklagen Kratzer auf der Konsole, die durch das Einschieben in den Schacht entstehen. Bei mir ist davon nichts zu sehen.

Angedockt kann die Switch nicht nur laden, sondern auch den Fernseher als Bildschirm nutzen. Aufgrund der besseren Stromversorgung kann auch mehr Leistung zur Verfügung gestellt werden. Die Auflösung ist jedoch auf Full-HD beschränkt. Auf 4K wird einfach nur hochskaliert. Geladen werden kann die Switch übrigens durch jedes USB-C-Kabel und theoretisch auch per Powerbank.

Das JoyCon-Gamepad ist sehr praktisch, wenn die Konsole im Dock steckt. Dann zieht Ihr einfach die JoyCons ab und steckt sie auf den Controller. Das ist bequemer, als sie einzeln in der Hand zu halten.

Das Fazit

Alles in allem habe ich bisher eine sehr glückliche Woche mit meiner Switch verbracht. Leider werde ich zwar keinen dbrad-Skin aufkleben können, aber das Produkt wirkt solide. Softwaremäßig ist aktuell alles okay. Es könnte ruhig mehr sein und in Zukunft, wenn es mehr Spiele gibt, müssen sowohl der eShop als auch das Home Menü unbedingt noch etwas überarbeitet werden.

Aber das, was Nintendo ausmacht, ein liebevolles Design und Spiele, die mit mehr Herz und Hirn gemacht sind als die Games auf anderen Plattformen – lassen sich bereits jetzt zocken.

Der Akku müsste meiner Meinung nach zwar etwas länger halten und auch der interne Speicher könnte größer sein, aber nichts davon ist übermäßig störend. Die Konsole hat viel Potential – und ich bin froh, dass ich sie gekauft habe.

Habt Ihr noch Fragen? Stellt sie einfach in den Kommentaren!

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  • Majles

    Tolle Review, Danke. Tatsächlich beschäftigt mich noch eine ungeklärte Frage – kann das Dock (via HDMI Adapter?) an das LG ultrafine als Monitor angeschlossen werden? Anstatt an einen Fernseher meine ich… merci.

    • Birdstrike

      Ja

  • Kartoffelsack

    Ja, super Review!