Steuer: Apple muss bis zu 13 Milliarden nachzahlen (Update)

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Im lang andauernden Steuerstreit will die EU Apple jetzt zur Kasse bitten.

Seit drei Jahren ermittelt die EU-Kommission, ob Apple in Irland Steuervorteile genießt, die nicht mit dem Landes- bzw. EU-Recht übereinstimmen.

Der Financial Times (Paywall) berichtet, ihr liege das abschließende 130-Seiten-Urteil vor, das erst morgen, Dienstag, von der EU veröffentlicht werde.

Gericht Urteil

Demnach will die EU Apple zur Kasse bitten, weil der Konzern „illegale Steuervorteile“ in Irland genossen habe.

Apple, so der EU-Bericht, habe im Schnitt 2 Prozent Steuern in Irland gezahlt. In Übereinstimmung mit den irischen Gesetzen hätten es aber mindestens 12,5 Prozent sein sollen.

Apple: „Wir sind der größte Steuerzahler weltweit“

Apple selbst hat immer wieder betont, man habe sich jederzeit an international geltendes Steuerrecht gehalten und sei der größte Steuerzahler weltweit.

Wenn es tatsächlich zur Strafzahlung käme – Apple kann noch (und wird sicher) Widerspruch einlegen – ist völlig unklar, welche Nachzahlung überhaupt fällig würde. Steuerexperten sind sich völlig uneinig, welcher Betrag auf Apple zukäme:

US-Steuerbehörde: EU will an Apple nur ein Exempel statuieren

Mal ist die Rede von 1 Milliarde Dollar, mal von acht Milliarden, mal von 15 Milliarden. Es ist anzunehmen, dass der Streitfall die EU, den Staat Irland und Apple noch länger weiterbeschäftigt.

Zumal auch die US-Steuerbehörden seit Monaten kritisieren, dass die EU am Beispiel der prominenten Firma Apple nur ein Steuer-Exempel statuieren wolle, für das es keine rechtliche Grundlage geben würde.

Urteil ist da

Update 30. August: Mittlerweile ist das Urteil da. Apple muss bis zu 13 Milliarden Euro Steuern zuzüglich Zinsen nachzahlen – das hat die EU-Kommission entschieden. Noch ist das Urteil aber nicht rechtskräftig. Die irische Regierung steht an der Seite Apples und will gegen die Entscheidung klagen. Und Apple droht den Europäern nach dem Urteil: „Die Entscheidung wird Investitionen und die Schaffung von Arbeitsplätzen in Europa spürbar und schädlich beeinflussen.“ Bei der Süddeutschen Zeitung erfahrt Ihr mehr.

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